The Proper Ornaments Foxhole


Tough Love/Cargo

Die Zitierwütigkeit steckt hier schon im Namen: Geht der bei den Londoner Retromanen doch auf einen Song der US-Barock-Popper The Free Design zurück, die sich in den 60ern durch fast psychedelisch arrangierte Harmoniegesänge hervortaten. Musikalisch ist man indes bei aller Liebe zu verflochtenen Stimmen meilenweit auseinander. Für Schrägheiten und Brüche interessiert sich das 2010 gegründete Quartett um den Songwriter Max Claps und Veronika-Falls-Frontmann James Hoare ebenso wenig wie für neumodische Sperenzchen à la Auto-Tune.

Vielmehr ist da ein Wille zum melancholischen Wohlklang, den die Band mit ihrem Debüt WAITING FOR THE SUMMER als Lo-Fi-Melange zwischen Beach-Boys-Harmonien, folkigen Byrds-Anleihen und den süßeren Seiten des Velvet-Undergroundschen Minimalismus etablierte, mit dem Zweitling WOODEN HEAD ins (Indie-)rockige Segment überführte und nun mit FOXHOLE perfektioniert. Ebenso fein ziseliert und watteweich in den Texturen wie strahlend klar in der Produktion, ist es gleichsam das wohltemperierteste und ambitionierteste Album einer formidablen Retro-Band, die längst nicht mehr nur auf der Schulter ihrer Giganten sitzt.


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