Tom Rogerson with ­Brian Eno Finding Shore


Dead Oceans/Cargo

Dass Tom Rogerson und Brian Eno ähnliche Musik machen, kommt nicht von ungefähr: Das flache Heideland um die englische Stadt Suffolk nennen beide ihre Heimat. Und genau um die ging es zunächst, als sich die zwei zum ersten Mal zufällig vor den Toiletten einer Konzerthalle begegneten.

Aus diesem ersten Treffen wuchs erst später eine musikalische Partnerschaft, die darin besteht, dass Rogerson aus seinen Kompositionen Tracks für ein Album bastelt und Brian Eno ihn mit technischer Hilfe unterstützt und als Inspirationsquelle dient. Sein Geist mag auf diesem Album durchaus allgegenwärtig sein, andererseits: Für welche Ambient-Platte gilt das nicht?

Tatsächlich fühlt man sich beim Versinken im Tasten-Treibsand von „Finding Shore“ eher an eine andere Genregröße erinnert: Tim Hecker. Der versteht es wie kein Zweiter, an der Schnittstelle von Geräusch und Musik kleine Piano-Meisterwerke entstehen zu lassen, was in „Eastern Stack“ und „Minor Rift“ auch Rogerson sehr gut gelingt.

Dazu tauchen immer wieder glockenspielartige Sounds auf, die das Geschehen etwas aufklaren lassen. Kritisieren muss man aber das Klein-Klein: FINDING SHORE ist eine Skizzensammlung, die viel zu schnell von Idee zu Idee springt, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen oder über die gesamten 49 Minuten einen (Ent-)Spannungsbogen zu bilden.

 


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