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Wire Silver/Lead

Pink Flag/Cargo

von
Wire – SILVER/LEAD; VÖ: 31.03.2017
Foto: Pink Flag/Cargo

Zufall kann es nicht sein, dass Wire als Veröffentlichungstermin ihres 15. Studio­albums Freitag, 31.März, wählten. Der erste April wäre nicht gegangen, samstags werden keine Platten veröffentlicht. Knapp am Jubiläum vorbei also, gilt der 1.April 1977 doch als Tag des ersten Wire-Konzerts in Quartett-Stärke, denn ein paar Wochen gehörte noch Gitarrist George Gil der Band an. Dieser Auftritt, Monate vor Erscheinen des epochalen Debüts PINK FLAG, gilt als Geburtsstunde von Wire, die auch als CD-Dokument vorliegt.

Hört man sich LIVE AT THE ROXY, LONDON unmittelbar vor SILVER / LEAD an, dann werden unweigerlich deutliche Unterschiede klar, aber auch erstaunliche Parallelen. Der stets etwas düstere Sound von Wire bleibt auch nach vier Jahrzehnten vor allem durch den markanten Gitarren-Sound unverwechselbar, ja einzigartig. Aber was die Post-Punk-Avantgardisten schon auf WIRE (2015) und ein Jahr später auf NOCTURNAL KOREANS stark andeuteten, wird nun zur Gewissheit: Wire sind altersmilde geworden. Härte, Tempo, auf die Knochen herunter gemagerte Arrangements, das trockene Schlagzeug – alles ist weg. Mal abgesehen von einem Häufchen an Liedern („Short Elevated Period“) , in denen Wire zu gewohnter Aggressivität finden.

Linear entwickelte sich die in London gegründete Gruppe zwar nie, dazu drangen schon die Seitenprojekte und Soloalbum zu weit in ferne Regionen wie Elektronik vor. Aber was den nun oft ausgefüllten Songs der einstigen Avantgarde-Minimalisten fehlt, sind Esprit, Überraschungsmomente und Spannung. Bis auf Gitarrist Matthew Simms, der 2010 die von Bruce Gilbert hinterlassene Lücke füllte, befinden sich die Ur-Mitglieder Colin Newman, Robert Grey und Graham Lewis mittlerweile ja im Rentenalter. Aber muss man deshalb so durch einige harmlose, wenn auch hübsche Songs schlurfen? Da stellt sogar ein treuer Wire-Fan seit den frühen Stunden fest: SILVER / LEAD kann man sich trotz guter Momente leider nicht schön hören.

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