Sheet Music: Auf diesen Webseiten findet Ihr legale Notenblätter

Die Zeiten sind vorbei, in denen versierte Musiker zuhause vor dem heiligen Kassettenrekorder hockten und eifrig auf bunten Tasten herumdrückten, um den Song immer und immer wieder vor- und zurückzuspulen. In Momenten wie diesen drehte sich alles darum, die Akkorde von Radioheads „Creep“ herauszuhören. Anders kam man damals schließlich nicht an seine Noten. Zumindest nicht, ohne viel Geld in teure Notenbücher zu investieren.

Das ist heute anders. Das Internet kam und damit wurden wir ins Land der unendlichen Möglichkeiten bugsiert. Stopp. Eine Einschränkung gibt es da noch: Die Rechtslage, die tüchtige Musiker unserer Stunde zuweilen davon abhält, alle im Netz gefundenen Noten wild zu downloaden. Legal sind nämlich lange nicht alle Angebote. Wie und wo Ihr auf legalem Weg an Eure Noten kommt, erfahrt Ihr hier – natürlich nicht, ohne Euch gleich einen kleinen Grundkurs in Sachen Urheberrecht zu geben.

Warum Ihr nicht alle Noten, die Ihr im Internet findet, einfach herunterladen könnt

Musik unterliegt dem deutschen Urheberrechtsgesetz. Und genau wie Musik tragen auch zugehörige Noten das Etikett „geistiges Eigentum“. Das bedeutet, dass Noten nicht einfach kopiert werden dürfen. Tatsächlich läuft ohne das Einverständnis des Rechteinhabers gar nichts. Das Höchste der Gefühle ist, dass der Musiker die Noten abschreiben darf. Von dieser Abschrift dürfen aber wiederum auch keine Kopien gemacht werden, da das teure Erstellen von Notenblättern so komplett sinnfrei wäre.

Für Musiker, die eher knapp bei Kasse sind, ein Lichtblick: Das Urheberrecht gilt nur für Noten, die urheberrechtlich geschützt sind. Logisch. Tatsächlich gibt es auch gemeinfreie Werke, die ohne Genehmigung genutzt werden dürfen. Auch Noten, deren Urheber bereits seit 70 Jahren verstorben sind, dürfen – im Normalfall – ohne Bedenken heruntergeladen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt können Verwertungsrechte, Nutzungsrechte sowie Urheberpersönlichkeitsrechte nämlich an Erben weitergegeben werden. Gibt es keine Erben in Form von Verwandten, geht der Titel an den Staat über, und auch dann müssen die Fristen eingehalten werden. Übrigens: Selbst wenn kein Urheber bekannt ist und das Werk folglich gemeinfrei ist, ist der Download dann illegal, wenn die Noten aus einem geschützten Notenband kopiert wurden.

Kurz gesagt: Nur dann, wenn der Anbieter der Noten selbst der Urheber oder Verleger der Werke oder der Titel gemeinfrei ist, ist der Download legal.

Wo Ihr legal an Eure Noten kommt

Insbesondere im Bereich der Klassik gibt es einige Anbieter, die kostenlose Noten online zur Verfügung stellen. Viele der Anbieter vertreten hierbei den Grundsatz, dass klassische Noten als Kulturgut für jeden zugänglich und keine Gewinnquelle für Notenverlage sein sollten.

Beginner Guitar HQ

Diese Website bietet viele Anleitungen zu vielen verschiedenen Themen und das auch noch komplett kostenlos. Zu jedem Guide gibt es mindestens Bilder, oftmals aber auch Videos, die euch dabei helfen, besser Gitarre zu spielen. Auf einer eigenen Unterseite bietet Beginner Guitar HQ  für Einsteiger sogar eine ausführlice Anleitung, mit der Ihr im Handumdrehen die richtigen Akkorde lernt.

Mutopia Project

Wo manche Seiten nur die Klassiker Gitarre und Klavier bedienen, macht Mutopia Project auch das Leben derjenigen Musiker leichter, die etwas außergewöhnlicherer Instrumente beherrschen: Unter anderem gibt es Noten für Bratschen, Mandolinen und Fagotte. Außerdem kann man bestimmte Titel nach Epochen und Genres suchen.

Kreusch

Bei Kreusch findet Ihr ein großes Archiv an kostenlos zugänglichen Noten. Die meisten Noten sind für Klavier, aber auch gegebenenfalls Singstimmen vorhanden. Separiert verzeichnete Komponisten und Titel machen das Suchen und Finden leicht.

International Music Score Library Project

Bereits seit 2006 arbeiten Menschen aus der ganzen Welt innerhalb des International Music Score Library Project daran, eine frei zugängliche, virtuelle Bibliothek an gemeinfreiem Notenwerk bereitzustellen. Um sicherzugehen, dass alles legal zugeht, gibt es Urheberrechts-Prüfungs-Codes, die jede Partitur kennzeichnen und in Kategorien von „überprüft gemeinfrei“ über „urheberrechtlich geschützt“ bis „urheberrechtlich geschützt, aber Erlaubnis erteilt“ aufteilen. Noch nicht gemeinfreie Werke werden übrigens automatisch im entsprechenden Jahr freigeschaltet und bis dahin mit einem Ticker versehen.

Beim Auftritt blieben die Notenblätter zuhause.
Beim Auftritt blieben die Notenblätter zuhause.

Tabulatoren

Noten lesen könnt Ihr nicht und das – zugegebenermaßen erzwungene – Gehörtraining damals vorm Kassettenrekorder ist in Eurer Jugend entfallen? Kein Problem, denken sich bestimmt viele: Es gibt doch Tabs. Unter Tabs versteht man die bildhafte Darstellung der Noten für Gitarre, Bass und im allgemeinen Saiteninstrumente. Sechs Linien stellen die Saiten des Instruments dar, während mithilfe von Zahlen ausgedrückt wird, welcher Bund gegriffen werden soll. Tabs lesen lernen stellt sich auf jeden Fall um einiges leichter dar als sich die Notenschrift anzueignen.

Der Haken – Ihr ahnt es schon: Natürlich unterliegen auch Tabs dem Urheberrecht, da es sich um geistiges Eigentum handelt. Dieselben Regeln, die für Noten gelten, zählen auch für Tabs.

Wie gut, dass es Ultimate Guitar gibt. Das Unternehmen, das online unzählige Tabs – ja, auch von Songs, deren Urheber noch nicht ins Gras gebissen haben – zur Verfügung stellt. Legal ist das Ganze, weil Ultimate Guitar viele Vereinbarungen mit Musikverlegern hat. Die Musiker haben auch was davon, denn die werden für die zur Verfügung gestellten Tabs monetär entlohnt. Gratis Werbung und Aufmerksamkeit gibt es obendrein.

Old School: Musiknoten kaufen

Die Rechtslage ist kompliziert und vielschichtig und besonders Freunde populärer Lieder der vergangenen 50 Jahre kommen oft zu kurz. Deshalb hier eine weitere, vielleicht in Vergessenheit geratene Möglichkeit, an Eure Noten zu kommen: Es gibt viele Bücher, die Songtexte, Noten und Tabs zur Verfügung stellen. Natürlich gegen etwas Geld. Ein weiterer Tipp: Vielleicht habt Ihr ja Glück, wenn Ihr in die lokale Bibliothek pilgert, um dort die Musikabteilung zu durchstöbern. Vielleicht findet Ihr ja endlich die lang gesuchten Notenblätter zu Radioheads „Creep“.

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Diana Parkhouse Unsplash

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