Sinéad O‘Connor: Lily Allen nennt Beileidsbekundungen „scheinheilig“


„Wenn man im Leben nicht für sie da sein kann, sollte man es auch im Tod nicht tun“, so Lily Allen.

Nach dem Tod von Sinéad O’Connor am 26. Juli wirft Musikerin Lily Allen auf Twitter (jetzt „X“) diversen Leuten „scheinheilige“ Beileidsbekundungen vor: Sie erklärte in ihrem Posting, sie sei „empört“ über einige „rückgratlose“ Posts, die O‘Connor gewidmet wurden, denn einige derjenigen, welche die irische Musikerin und Aktivistin post mortem lobten, hätten sie schon zu Lebzeiten mehr verteidigen sollen.

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(Update: Den Post hatte die Musikerin am Montag, 31. Juli, abgesetzt. Ihr Profil auf „X“ existiert am Dienstag, 1. Juli, nicht mehr oder wurde auf privat gestellt. Anstelle ihres Profils erscheint nun die Meldung „Dieser Account existiert nicht“. Ursache unbekannt.)

Lily Allens Profil existiert nicht mehr. Ihr letzter Tweet war über Sinéad O’Connor.

„Zu jemandem stehen, der Kontroverses zu sagen hat“

Wie „Far Out Magazine“ und andere US-amerikanische Medien schreiben, hat die Sängerin auf „X“ gepostet: „Es ist schwer, sich nicht empört zu fühlen, wenn so viele Leute über Sinéad schreiben und darüber, wie furchtlos sie war. Leute, die sich nie in einer Million Jahren mit jemandem zusammentun würden, der für etwas steht oder etwas auch nur im entferntesten Kontroverses zu sagen hat.“

O’Connor vertrat im Laufe ihrer Karriere einige kontroverse politische und religiösen Ansichten. Am berüchtigtsten war ihr Protest gegen sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche, als sie 1992 live in SNL ein Foto des Papstes zerriss.

Die 38-Jährige teilte in einem Folge-Posting mit, es sei „beunruhigend“, dass die Menschen „scheinbar so viel Mitgefühl für sie empfanden, aber aus irgendeinem Grund nicht das Gefühl hatten, es zeigen oder ausdrücken zu können. Bis sie starb“. Die britische Musikerin fragte: „Was sagt das über uns aus?“

Auch Morrissey kritisiert fehlende Unterstützung zu Lebzeiten

Allens Äußerungen spiegeln auch die Meinung des ehemaligen Smiths-Sängers Morrissey wider, der auf seiner Website die Leute kritisierte, die „nicht den Mut hatten, sie zu unterstützen, als sie noch lebte und sie nach euch suchte“.

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