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Blackout Tuesday

Spielberg rettet Weihnachten: Kein „Star Wars“, dafür „E.T.“

Das kleine schrumpelige Wesen vom anderen Stern tröstet uns darüber hinweg, daß zu Weihnachten keine neue Folge von „Star Wars“ im Kino ist.

E.T., der Außerirdische, bringt uns die große amerikanische Schnulze, bei der unter Garantie kein Auge trocken bleibt, weil hier genausoviel gelacht wie geweint wird. Steven Spielberg, der als Produzent für MGM den „Poltergeist“ in eine amerikanische Mittelstandsfamilie fahren ließ, führte diesmal wieder Regie. Nach „Der weiße Hai“,  „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“, „1941“ oder „Jäger des verlorenen Schatzes“ sorgt er jetzt mit einem herzzerreißenden Neuzeit-Märchen für Kassenrekorde.

 E.T. ist von rührend-häßlicher Gestalt, besitzt jedoch eine höchst empfindsame Seele und ein geradezu überirdisches Herz. Auch was die Intelligenz betrifft, ist er uns überlegen. Innerhalb kürzester Zeit kann er seinen kleinen Gastgebern beispielsweise klar machen, daß er Heimweh hat und nach Hause telefonieren will… E.T. wohnt vorübergehend bei Elliott (Henry Thomas). Ihm ist nämlich ein Mißgeschick widerfahren, vor dem wohl jedem Raumfahrer graust: Bei der überstürzten Flucht von der Erde hat ihn die außerirdische Expedition in der Hektik einfach vergessen. Glücklicherweise kann er bei Elliott und seinen Geschwistern unterkriechen und so lange wie möglich vor der Mutter verborgen werden. Notfalls zwischen all den anderen Puppen und Stofftieren im Wandschrank. Das Charmanteste an Spielbergs Film ist die gelungene Perspektive der Kinder- bzw. Heranwachsenden-Realität.

Eine der besten Pointen des Filmes ist somit auch der Vorschlag von Elliotts Freund, E.T. einfach auf seinen Stern zurück zu beamen. Aber so einfach ist das nicht, denn „dies hier“, so wird er belehrt, „ist die Wirklichkeit“. In diese Wirklichkeit dringt nun der Außerirdische ein – Elliott lockt dieses verängstigte, von Wissenschaftlern gejagte Wesen mit Süßigkeiten ins Haus. Zwischen den beiden entsteht nun eine telepathische Verbindung, die zunächst nur lustige Folgen hat. Als E. T. alleingelassen die Errungenschaften der irdischen Zivilisation testet, widerfahren seinem Medium in der Schule die merkwürdigsten Dinge. Elliott reproduziert nämlich E.T.’s Reaktionen auf die herumliegenden Comics, aufs Fernsehprogramm und vor allem auf ein paar Dosen Bier. Da dieser telepathische Faden und vor allem Elliotts überschäumende Liebe für das Überleben E.T.’s von großer Bedeutung ist, macht euch bitte, mit einer Familienpackung Tempos griffbereit, auf eine bewegende Krise gefaßt.



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