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The Chemical Brothers: So war ihr Konzert beim „Rock en Seine“-Festival 2015

Als letzte Band des schweißtreibend heißen „Rock en Seine“-Festivals an der, richtig, Seine in Paris fassen The Chemical Brothers am Sonntag, 30. August 2015, Vieles von dem zusammen, was man in den letzten drei Tagen hier gesehen hat: das Geknalle der Handbraekes aka Mr. Oizo und Boys Noize, die Psychedelia von Tame Impala, der Electrock’n’roll von Kasabian und die Brains von FFS, also von Franz Ferdinand und Sparks.

Beginnend mit einem Cover von dem Proto-Technostück der Beatles, „Tomorrow Never Knows“, dem Song, den die Brüder im Geiste als ihr „Manifest“ bezeichnen und auf dem ihr erster Nr.1-Hit „Setting Sun“ beruht, durchbricht das nervöse Anfangsflirren von „Hey Boy Hey Girl“ das ewige Mantra „Surrender to the void, surrender to the void…“. Wie hieß das zugehörige Album von „Hey Boy Hey Girl“ noch? Genau: SURRENDER. Aufgabe im Sinne von Hingabe ist die einzige Chance jetzt.

Die gleichzeitig spielenden HypeHopper Run The Jewels können einem nur leidtun – weiter als das Auge sehen kann füllen die Besucher die große Wiese vor der Hauptbühne und warten auf den erlösenden Bass-Einsatz nach dem Schlachtruf „Here we go!“. Dass da oben nicht die Chemical Brothers, sondern nur Brother Tom Rowlands, 44, steht – Ed Simons hat sich vom Live-Geschäft des Duos zurückgezogen – bekommt niemand mit. Irgendjemand anderes steht da neben dem nach Haarausfall wie Willie Tanner von „Alf“ wirkenden Rowlands, winkt in die Menge und dreht an Knöpfen herum.

PARIS, FRANCE - AUGUST 30: Tom Rowlands ( R ) from The Chemical Brothers performs at Domaine National de Saint-Cloud on August 30, 2015 in Paris, France. (Photo by David Wolff - Patrick/Redferns)
Hey garçon, hey fille, superstar DJs – here we go! The Chemical Brothers blockrocken Paris.

Die Show findet hinter und vor den beiden statt: Hinter ihnen irre psychedelische Visuals, verstörende Horrorclowns, ein Liebespaar, das das „falling love“ wörtlich nimmt und sich in ständigem Sturz befindet, zwei gigantische Roboterpuppen, die zu „Under The Influence“ von der Decke herabschweben und mit Laserstrahlen das Rampenlicht auf die Show vor den Künstlern richten: auf das Publikum, das regelrecht explodiert. Paris is burning.

David Wolff - Patrick Redferns


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