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„Tims Twitter Listening Partys“: Tim Burgess bringt Menschen zum gemeinsamen Albumhören auf Twitter zusammen

Um 22 Uhr britischer Zeit drücken Tausende Menschen auf „Play“. Rund um den Globus, jeden Tag, so lange, wie es noch nötig ist, sich in Selbstisolation von dieser seltsamen, stillgelegten Welt da draußen abzulenken. Dann hören Musikfans rund um den Globus gemeinsam ein Album, das parallel vom jeweiligen Interpreten kommentiert wird, etwa der Brit-Popband Franz Ferdinand oder Oasis-Gründungsmitglied Paul Arthurs. Natürlich online.

Willkommen bei „Tims Twitter Listening Party“! Seit anderthalb Wochen richtet Tim Burgess, Leadsänger der britischen Indie-Rockband The Charlatans auf seinem Twitter-Account Listening Sessions aus, die sich mittlerweile wie ein Lauffeuer unter Musikfans ausbreiten. Das Prinzip ist simpel: Jeden Abend steht ein Indie-Album im Fokus, das zu einer festen Uhrzeit in voller Länge angehört werden soll. Unter dem Hashtag #timstwitterlisteningparty können Zuhörer*innen dabei live kommentieren und sich über das Album austauschen. Und mittendrin schreibt der Interpret oder die Interpretin selbst und führt mit teils unveröffentlichten Informationen zum Release als Host durch den Abend.

„Ich habe schon früher Listening Partys gemacht und mir alte Charlatans-Platten nochmal angehört, etwa zu einem Jubiläum oder ähnlichen Anlässen. Aber das mit anderen Menschen aus anderen Bands zu machen, ist mir erst während der aktuellen Isolation eingefallen“, erklärt Burgess den Ursprung seiner Partys in einem Interview mit dem Musikmagazin „Spin“.

Die (Zwangs-)Isolation in vielen Ländern sorgt gerade für ein Umdenken unter Künstlerinnen und Künstlern. Keine Konzerte mit anschließenden Autogrammstunden, kein Stöbern im Plattenladen, in einigen Ländern darf man sich dank Ausgangssperre nicht einmal mehr zu Bandproben treffen. Burgess‘ Listening Partys sind für viele Musikfans eine willkommene Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen und Alben (neu) zu entdecken, ohne einsam in Spotify-Archiven zu wühlen. „Das war genau das, was ich nach einem beschissenen Tag gebraucht habe. Ich bin wirklich dankbar für diesen Abend“, schreibt ein Nutzer nach der Listening Party mit Blur-Mitglied Dave Ronetree. Während des Alltags kommt man oft nicht dazu, sich einmal Zeit für ein Album in voller Länge zu nehmen – dass das nun eher machbar ist, ist zumindest ein Vorteil der Quarantäne. „Die Leute machen sich ein Getränk auf, holen sich ein paar Snacks und hören einfach zu. Sie entdecken Musik im Albumformat neu, davon bin ich ein großer Fan“, sagt Burgess.



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