Tupac vs. Biggie: Sind Hologramm-Rap-Battles die Zukunft?

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Für manche HipHop-Fans könnte mit diesem Event ein Kindheitstraum in Erfüllung gehen. Bei anderen sträuben sich bei der Vorstellung womöglich die Nackenhaare. Die Produzenten Swizz Beatz und Timbaland wollen im Rahmen ihres Formats „Verzuz“ ein Battle zwischen den beiden verstorbenen Rap-Legenden Tupac und Biggie veranstalten. Doch auch die Corona-Pandemie rückt das Thema Hologramme immer mehr in den Fokus.

Die Idee des Hologramm-Battles

Während eines Interviews mit dem Sportsender ESPN, stellte Swizz Beatz seine Idee vor, Tupac und Biggie, deren Rap-Beef in die Musikgeschichte einging, in einem ihrer „Verzuz“-Battles gegeneinander antreten zu lassen. In dem Gespräch ließ er verlauten: „Mein größter Traum ist es, einen Weg zu finden Pac und Biggie gegeneinander antreten zu lassen. Und zwar in einer Art und Weise, dass Fans das auch feiern können.“ Und als hätte diese Aussage nicht schon genug Aufregung bei den Moderatoren ausgelöst, schob Timbaland noch hinterher: „Oh, und nicht nur das. Wir wollen auch Prince und Michael Jackson!“

In ihrem Format „Verzuz“, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut, ließen die beiden Produzenten bereits Größen wie Snoop Dogg und DMX gegeneinander antreten. Der Ansatz hierbei ist versöhnlicher Natur, da es sich bei dem Battle mehr um ein Mashup verschiedener Songs der Künstler*innen handelt, als um einen verbalen Schlagabtausch. Zuletzt traten in dem Format die Sängerinnen Ashanti und Keyshia Cole gegeneinander an.

Die Zukunft der Live-Musik oder ein Fall für die Ghostbusters?

Sofern die beiden Produzenten ihren Wunsch in die Realität umsetzen, wäre es nicht das erste Mal, dass Tupac Shakur von den Toten aufersteht. Bereits 2012 wurde er im Rahmen des Coachella-Festivals mittels Hologramm-Technik vor den Augen des Publikums zum Leben erweckt, wo er dann zusammen mit Snoop Dogg den Song „Gangster Party“ performte. Auch wenn es sich bei der Projektion zu dem Zeitpunkt um modernste Technik handelte, so wirkte der Rapper doch etwas schemenhaft und machte den Eindruck eines blassen, rappenden Geistes, der über die Bühne schwebt. Trotzdem waren Fans und Musiker*innen gleichermaßen begeistert von der Performance. Mittlerweile hat sich die Technik in diesem Gebiet weiter entwickelt.

Kann man sich Künstler*innen bald nach Hause „beamen“?

Da die Corona-Pandemie große Konzerte und Festivals weltweit unmöglich macht, wird aktuell nach Wegen gesucht, Live-Musik-Erlebnisse ins private Heim zu verlagern. Und das so realistisch wie möglich. Die Firma PORTL in Los Angeles arbeitet aktuell an einem Apparat namens „HOLOPORTL“, der es ermöglichen soll, 3D-Musik-Performances in Echt-Zeit und Lebensgröße ins Wohnzimmer zu bringen. In dem Apparat, der etwa so groß ist wie eine Telefonzelle, sollen lebensechte Hologramme bekannter Musiker*innen Platz nehmen und mit dem Publikum interagieren.

Der PORTL-CEO Dave Nussbaum beschrieb die Idee gegenüber „New York Post“ folgendermaßen: „Ein Künstler kann sich beamen, von wo immer er ist, zu dem Ort, an dem er live spielen soll.“ Unterstützung bekommt er unter anderem von Billy Idol-Gitarrist Billy Morrison, der über das Gerät sagt: „Egal wie gut ein Flat-Screen ist, es sieht einfach nicht wie so gut aus wie das hier.“ Unterdessen arbeitet die Firma BASE Hologram weiterhin daran, verstorbene Künstler*innen wie Amy Whinehouse und Whitney Houston als Hologramme für Konzerte zurück ins Leben zu holen.

Ein Fan dieser Technik ist anscheinend Kanye West. Dieser überraschte seine Noch-Ehefrau Kim Kardashian im Oktober 2020 mit einer Hologramm-Version ihres verstorbenen Vaters Robert Kardashian. Sie war bei dem Anblick offenbar zu Tränen gerührt.


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