MUSIKEXPRESS-Story

BTS, Blackpink und Co.: Warum K-Pop der perfektere Pop ist

„Warum K-Pop der perfektere Pop ist“ ist der MUSIKEXPRESS-AUSGABE 09/20 entnommen. Titelgeschichte: Helge Schneider. Dazu: Reportagen und Storys über Bright Eyes, Sophie Hunger u.v.m., und einer ausführlichen Einschätzung zur Zukunft der Konzerte und Festivals in Corona-Zeiten. Ab Donnerstag, 13. August, im Handel.

K-Pop erobert die Welt. Besser gesagt: K-Pop hat die Welt schon längst erobert. Doch die meisten Medien hierzulande, egal ob Feuilletons, Pro7 oder, ja, der Musikexpress, behandeln diese riesige, hypermoderne Welle aus Südkorea immer noch wie eine vorübergehende Schrulle besonders verhaltensauffälliger Teenager. Höchste Zeit, einen genaueren Blick auf das Phänomen zu werfen.

Als die schon damals weltweit erfolgreichste Boyband der Jetztzeit, BTS, im Oktober 2018 zwei Konzerte in Berlins größter Mehrzweck-Arena spielte, waren die Karten hierfür innerhalb von Minuten ausverkauft, und die ersten Fans wurden bereits zwei Tage zuvor auf dem Gelände gesichtet. Fragte man jedoch Journalistenkolleg*innen nach diesem Ereignis, war die Antwort meist nur ein verwirrtes: „BT-wer?“.


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Bei dem Begriff K-Pop kommt den meisten zuerst der „Gangnam Style“ von PSY in den Sinn – das erste Musikvideo bei YouTube, welches die Grenze von einer Milliarde Streams knackte. Acht Jahre ist er alt, trotzdem kann man den Clip ­für eine spannende Einordnung heranziehen: „Gangnam Style“ generiert zwar immer noch mehr als eine Million Klicks pro Tag, BTS jedoch gewinnen mit ihren Video-Kanälen täglich etwa das Zehnfache hinzu. Mit Musik- und Tanzvideos, Videologs und Live-Streams (mindestens ein neuer Clip in der Woche!) binden sie ihre Fans, die sich „Army“ nennen.


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Trotz dieser beachtlichen Zahlen wird K-Pop in der hiesigen Medienwelt immer noch oft grob vernachlässigt oder mit einer Mischung aus Ignoranz und Überheblichkeit behandelt, in mäßig recherchierten und nicht zuletzt auch latent rassistisch aufgeladenen Artikeln. Die Musik selbst, die grellen Videos, die irren Tanzchoreografien, die Professionalität der Inszenierung, die wilde Mode – all dem wird gerne die künstlerische oder popkulturelle Relevanz abgesprochen, handelt es sich doch um Erzeugnisse einer so kühl wie knallhart kalkulierenden Industrie.



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