ME 09/20

Mit Helge Schneider, Bright Eyes, Sophie Hunger und Sandra Hüller: Der neue Musikexpress ist da!

von

Zum Einstieg wie immer unser „Making-Of“ aus dem hier beworbenen Printprodukt:

DIE SACHE MIT DEM PRAKTIKANTEN

Es geschieht circa alle zweieinhalb Wochen: Eine Plattenkritik von uns löst deutliches Missfallen aus – weil wir die Musik falsch bewertet und/oder den/die Künstler*innen grob missverstanden haben – sowas wieder. Oder es findet sich ein dicker Fehler in einem Text: einen Freddy falsch geschrieben, sich bei der Zahl der Studioalben veraddiert, Glissando und Portamento nicht trennscharf voneinander abgegrenzt … dabei steht doch alles bei Wikipedia!

Und deshalb kommt uns nun der Leser harsch, bevorzugt in Online-Kommentaren, und unterstellt uns, wir hätten da wohl wieder „den Praktikanten“ an die Tastatur gelassen/in den (haha, „Freitagnachmittags“) „Dienst“ gestellt. Denn nur so sei ja ein dermaßen peinlicher Labskaus zu erklären: Das muss einfach ein noch sehr grüner Mensch gemacht haben, einer, dem alle Erfahrung und Expertise fehlen, jemand, der wahrscheinlich sogar glaubt, dass HipHop etwas mit Musik zu tun hat oder Lieder mag mit Auto-Tune!

Leute, mal im Ernst: Wir haben schon seit einigen Monaten keine(n) Praktikant*in in unserer Redaktion. Unsere Fehler und Falschbewertungen machen wir schön selber. Und die sind immer noch klüger, köstlicher und erhabener als euer Halbsatz-Gemotze auf Facebook! (Sollte dieses allerdings von eurem Praktikanten stammen, möchten wir uns sogleich in aller Form entschuldigen!)

Der Musikexpress 09/2020 – die Themen im Überblick:

Helge Schneider: „Ich habe einfach meine normale Jacke angelassen“

Schlimmer als die Qualität des hiesigen Humorhandwerks sei nur das endlose Gejammer darüber, heißt es. Aber es muss ja etwas bedeuten, wenn man nach 20 Jahren Comedy-Terror und trotz randvoller Gag-Nachwuchs-Kanäle bei YouTube dann doch immer wieder in einer Diskussion über die Ausnahmestellung von Loriot landet. Und bei Helge Schneider! Der Künstler und Entertainer verschränkt bis heute Eigensinn mit Gaga und Musik und was ihm sonst so gefällt, und kann selbst im Rentenalter nicht damit aufhören, groß- und einzigartig zu sein. Höchste Zeit für ein großes Interview mit dem Meister aus Mülheim.

Bright Eyes – Niemals aufgeben (und keine Songs über Trump)

Nach fast so vielen Krisen wie Alben und Projekten ist Conor Oberst mit der Band zurück, die er eigentlich beerdigt hatte. Was die legendären Bright Eyes uns im Jahr 2020 zu erzählen haben, scheint dabei zuerst einmal weniger wichtig zu sein als dieses Gefühl für die drei, „nach Hause zu kommen“. Aber natürlich haben Bright Eyes auch neue eindrückliche Songs aufgenommen, die sogar von so was Irrem handeln wie Hoffnung.

Sophie Hunger: „Mir schwirren zu viele Mücken um den Kopf“

Sie jagt auf dem E-Roller Insekten, schießt mit Tennisbällen um sich und spielt mit dem Gedanken, eine Bar für sich prügelnde Kriegsveteranen zu eröffnen. Dass sich Sophie Hunger derart viel so lebendig vorstellen kann, zeichnet sie als Künstlerin aus – so auf HALLUZINATIONEN, ihrem neuen Album. Aber auch als äußerst spannende Gesprächspartnerin.

K-Pop – Der perfektere Pop

K-Pop erobert die Welt. Besser gesagt: K-Pop hat die Welt schon längst erobert. Doch die meisten Medien hierzulande, egal ob Feuilletons, Pro7 oder, ja, der Musikexpress, behandeln diese riesige, hypermoderne Welle aus Südkorea immer noch wie eine vorübergehende Schrulle besonders verhaltensauffälliger Teenager. Höchste Zeit, einen genaueren Blick auf das Phänomen zu werfen.

Sandra Hüller: „Selbst Musik zu machen, das war für mich wie Forschung“

An Theater- und Filmpreisen hat sie so ziemlich alles gewonnen, was es hierzulande zu gewinnen gibt. Mit dem in Cannes gezeigten und später sogar Oscar-nominierten „Toni Erdmann“ war sie 2016 auch international in aller Munde. Und jetzt? Macht Sandra Hüller Musik. Und zwar richtig spannende – zwischen verhuschtem Freak-Folk und verquerem Bläser-Pop. Mit uns spricht sie darüber, was sie dazu brachte und was Courtney Love damit zu tun hat – und über das Schlussmachen beim Grillen.

Konzerte und Corona: „Keiner ist Nummer eins, alle sind gerade der Letzte“

Wird es einen prall gefüllten Konzertherbst geben? Nein. Festivals im kommenden Jahr, wie wir sie kennen? Hoffen wir das Beste. Wird es dann aber auch meinen Lieblingsclub noch geben? Daumen drücken! Hat die ganze Scheiße auch was Gutes? Jein. Ein Blick auf die wenig hoffnungsvolle Situation und neuen Perspektiven des Live-Business in Deutschland in der Corona-Krise.

ME-Helden: Red Hot Chili Peppers – California Dreaming

Ein Käfig voller Narren mit Socken über dem Gemächt? Eine Gitarristen verzehrende Hydra? Die Verkörperung des amerikanischen Traums, vom Platz unter der Pennerbrücke hinauf in den Pop-Olymp? Die Geschichte der Red Hot Chili Peppers ist vielschichtig – und noch nicht zu Ende.

Außerdem im Heft:

  • Selbstauslöser: Kakkmaddafakka
  • Blind Date mit Zugezogen Maskulin
  • Themeninterview: Angel Olsen übers Schlussmachen 
  • Radar: Geneieve Artadi, RMR, Silverbacks, Otta & Girl Friday
  • CD-Beilage mit Giant Rooks, Sophie Hunger, Bright Eyes, Genevieve Artadi, Zugezogen Maskulin und Howling
  • uvm.

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Der neue Musikexpress – vom 13. August 2020 an am Kiosk sowie von zuhause aus als e-Paper erhältlich!


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