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6 Gründe, warum es ein Fehler ist, Blowfly nicht zu kennen

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Als Clarence Reid alias Blowfly am Sonntag im Alter von 76 Jahren in Florida an einer Krebserkrankung starb, war die Anteilnahme in der Rap- und Rock-Community groß. Ob Ice-T, Chuck D oder Flying Lotus: Zahlreiche Künstler zollten dem oft verkannten Sänger, Songschreiber und Rap-Pionier in den Sozialen Medien ihren Respekt.

Reid wurde mit seinem maskierten Alter Ego Blowfly (deutsch: „Schmeißfliege“) zur Untergrund-Kultfigur und nahm über vier Jahrzehnte hinweg unzählige Alben mit schrullig-versauten Funk-, Soul- und Rap-Songs auf. Sein Einfluss auf HipHop-Acts wie Snoop Dogg, 2 Live Crew und Ol’ Dirty Bastard ist nicht zu unterschätzen, auch wenn er nie deren Mainstream-Erfolg erreichte. Hier sind sechs Gründe, warum Blowfly nicht in Vergessenheit geraten sollte.

1. Blowfly ist der originale Maskenmann

Ob Blowfly tatsächlich der erste Rapper war, wie er selbst behauptete, ist unter HipHop-Historikern umstritten. Sein Rap-Debüt „Rapp Dirty / Blowfly’s Rapp“ erschien 1980, und damit ein Jahr nach dem Genre-Meilenstein „Rapper’s Delight“ der Sugarhill Gang. Er war aber ganz sicher der erste, der maskiert und in einem Superhelden-Kostüm auftrat. Ob nun MF Doom, Sido, Cro oder Marsimoto: Ohne die Pionierarbeit von Blowfly wären sie kaum vorstellbar!

2. Für wen sonst spielten Flea und Fishbone als Backing-Band?

Wenn Meister Reid zur Studio-Session rief, dann kamen die Stars in Strömen. 1991 nahm er den – ähem – Klassiker „Shake Your Ass!“ für das Album THE TWISTED WORLD OF BLOWFLY mit Flea von den Red Hot Chili Peppers und mit den Skapunk-Crossover-Helden Fishbone auf. Die Release-Party feierte die Supergroup aus Schmeißfliege, Floh und Fischgräte in Hollywood standesgemäß in einem Laden namens Club Lingerie.

3. Die „beste Band der Welt“ stand an seiner Seite

2008 nahmen Die Ärzte Blowfly als Opening Act mit auf ihre Deutschland-Tour. Auf das Publikum schien sich Belas, Farins und Rods Begeisterung für den anzüglichen Funk-Superhelden aber nicht zu übertragen: Eine Musikexpress-Leserreporterin etwa berichtete von Flaschenwürfen beim Konzert in Passau.

4. Bei Blowfly wird Snoop Dogg zum Superfan

Als „ersten Gangster-Rapper“ und eines seiner größten Vorbilder bezeichnet Snoop Dogg den maskierten HipHop-Veteranen. Seine Liebe zu Blowfly gab der „Doggfather“ gleich mehrfach in Interviews mit dem kanadischen Moderator Nardwuar bekannt. Und Snoops mit Blowfly im Duett vorgetragener R. Kelly-Hit gehört zu den unterschätztesten Perlen, die YouTube zu bieten hat.

5. Blowfly’s Punk Rock Party

Nicht nur Die Ärzte liebten Blowfly, sondern auch der immer für Kontroversen gute US-Punk-Altvater Jello Biafra: Für dessen Label Alternative Tentacles nahm Reid 2006 das Parodie-Album BLOWFLY’S PUNK ROCK PARTY auf. Darauf befanden sich ziemlich versaute Coverversionen der Ramones, von The Offspring und den Dead Kennedys. Aus Billy Idols „Dancing with Myself“ machten Reid und Biafra etwa „Playing with Myself“, „I Wanna Be Sedated“ von den Ramones wurde zu – na klar – „I Wanna Be Fellated“.

6. Der Mann konnte es auch ohne Maske

Wenn er nicht die Blowfly-Maske aufsetzte, dann war Clarence Reid in den siebziger Jahren als einflussreicher Songschreiber für Funk- und Soul-Acts wie Gwen McGrae, KC & the Sunshine Band und Betty Wright tätig. Dabei kam er auch ganz ohne Pornotexte aus.

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