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Kate Nash Girl Talk

Fontana/Universal

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Hier gilt die Elch-Regel: Die größten Kritiker des Quietsch-Pop waren früher selber Quietsch-Popper. Im Jahr 2007 schickte die 20-jährige Kate Nash ein paar becircende Cockney-Hits in die Welt hinaus, gepflastert mit Beschwerden über Boyfriends und ein paar schlauen Zeilen über das Leben als Teen­ager. Ihre Musik wurde einmal treffend als „Sugababes minus Sugar“ beschrieben. Die erste Platte von Kate Nash, MADE OF BRICKS, war in ihrer Überdrehtheit richtig toll, auf gleicher Augenhöhe mit Lily Allens Debütalbum Alright, Still, das ein Jahr vorher veröffentlicht wurde. MADE OF BRICKS war eine auf den Punkt gesungene und produzierte Melange aus Motown, HipHop, Drum’n’Bass und etwas Synthesizer-Lärm. Zwei Longplayer später meldet sich das Ex-Girlie aus dem Norden Londons mit einem eher altersmilden „Fuck The Rules“ zurück, oder besser einem „Fuck The Past“. Kate Nash spielt die Rocksongs, die sie damals noch in die Tonne getreten hätte, darunter eine Uptempo-Nummer namens „Fri-end?“, die entfernt an die Girl-Groups aus den 90er-Jahren erinnert, aufgenommen mit ihrer neuen All-Girl-Band. Riot-Grrrl-Vergleiche mag man dann aber doch nicht ziehen, dafür sind die von Chören aufgehellten Songs eine Idee zu zahm geraten, woran auch die eine oder andere Gitarrenbreitseite nichts ändern kann. Mit dem „Rap For Rejection“ deutet die Sängerin und Liedautorin dann doch einmal ihre Pop-Qualitäten an. Kate Nash hat zuletzt den „Rock’n’Roll For Girls After School Club“ eingerichtet, sie besuchte Schulen im ganzen Land und interviewte Mädchen zu ihren Zukunftsvorstellungen und Ängsten. GIRL TALK ist die Fortsetzung dieser Rock’n’Roll-Sozialarbeit mit den Mitteln von – sagen wir – Liz Phair. Teenager darf man vor GIRL TALK warnen: Es ist die Platte eurer coolen Tante, die es gut mit euch meint.

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