1990s


Kantiger Rock'n'Roll mit albernen Texten, die man so schnell nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

Jackie McKeown hatte bereits „die Schnauze voll von Bands“. Der Schotte hatte sein Glück in zahlreichen Besetzungen versucht – u. a. mit Alex Kapranos bei The Yummy Fur – doch von Erfolg gekrönt waren seine Bemühungen nicht. „Ich wollte nicht mehr, aber Michael [McGaughrin, Schlagzeug] und ich haben uns dauernd bei diesen verrückten Partys getroffen, die nach Elektrorock-Drogen-Clubnächten wie Optimo organisiert wurden. Wir haben uns Songs ausgedacht, die wir für potenzielle Klassiker hielten, aber eigentlich waren es nur bescheuerte Zeilen, die wir rumgegröhlt haben, wenn das Partypublikum nicht mehr so unterhaltsam war.“ Die Songs, die die beiden mit Bassist Jamie McMorrow in der Wohnung des Schlagzeugers aufgenommen haben, leben nun von genau diesen eingängigen Zeilen – 1990s spielen garagigen, punkigen und bisweilen auch bluesigen Rock, der manchmal an Velvet Underground, an Television, David Bowie und die Rolling Stones erinnert und der vor allem wegen seiner albernen, höchst einprägsamen Texte in Erinnerung bleibt: „My cult status keeps me fucking your wife“, singt McKeown in „Cult Status“, „I’m in too deep, I really need to sleep, I’m pretty bad with numbers so I can’t count sheep“, in „Situation“. Die 1990s haben bisher alles richtig gemacht und haben bereits prominente Kollegen wie The Long Blondes‘ Kate Jackson, The Gossips Beth Ditto und CSS unter ihren Fans. Auch die Pläne für die Zukunft hören sich vernünftig an: McKeown verspricht schon jetzt, dass sie beim nächsten Album kein bisschen „erwachsener“ werden wollen und dass man kein Interesse daran habe, „den Horizont zu erweitern „. Was soll da schon groß schiefgehen? 1990s Cookies (Rough Trade Records/Rough Trade Dist. GmbH)