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6 Serien, die unverdient abgesetzt wurden

Freaks and Geeks

Hieß bei uns auch „Voll daneben, Voll im Leben“ und wurde nach nur einer Staffel abgesetzt. Lief von 1999 bis 2000.

Worum es geht: Lindsey Weir ist 16, ein „Mathlete“ und möchte zu den coolen Kids gehören, die Schule schwänzen und Pot rauchen. Ihr kleiner Bruder Sam ist schmächtig und wird oft gehänselt. Die beiden versuchen, einen für sie akzeptablen sozialen Status zu erreichen, und erleben dabei einiges.

Warum die Serie abgesetzt wurde: Wie so oft wegen geringer Einschaltquoten. Diese rühren allerdings unter anderem daher, dass der Sender NBC, der die Serie damals ausstrahlte, die Folgen nicht in der richtigen Reihenfolge zeigte, sodass sich kein stringenter Plot ergab. Die Erstausstrahlung in Deutschland fand beispielsweise auf „Das Erste“, allerdings erst weit nach Mitternacht statt.

Kooperation

Wieso sie trotzdem sehenswert ist: „Freaks and Geeks“ hat mittlerweile eine Fangemeinde und Kultstatus erreicht. James Franco, Seth Rogen und Jason Segel haben hier ihre ersten größeren Rollen. Das Tun der Charaktere ist nachvollziehbar, ohne langweilig zu werden. Auch der Soundtrack ist vom Intro („Bad Reputation“ von Joan Jett) bis zu den Endcredits gut durchdacht. Kurz: weil einfach alles gut an der Serie ist (und sie außerdem auf YouTube zu finden ist).

Pushing Daisies

Die von Bryan Fuller ersonnene Serie wurde 2008 nach zwei Staffeln abgesetzt.

Worum es geht: Ned kann seit seiner Kindheit tote Dinge mithilfe seiner Berührung wieder zum Leben erwecken und hilft einem Detektiv beim Aufklären von Mordfällen, indem er das Opfer selbst fragt, wer es getötet hat. Dies funktioniert allerdings nur einmal: Berührt Ned die Zu-Neuem-Leben-Erweckten erneut, sind sie für immer tot. Als er seine Kindheitsliebe Chuck, die ebenfalls ermordet wurde, wiedererweckt, bringt er es nicht übers Herz, ihr wieder das Leben zu nehmen. Fortan darf Ned sie allerdings ja nicht berühren.

Warum die Serie abgesetzt wurde: Wieder einmal wegen der Einschaltquoten. Dabei kam die Serie bei ihrem Start bei Kritikern und Fernsehpublikum gleichermaßen sehr gut an. In Deutschland hatte die erste Folge von „Pushing Daisies“ eine höhere Einschaltquote als etwa die von „Desperate Housewives“. Nach einem Autorenstreik wurde die erste Staffel der Serie erst spät fortgeführt und nicht mehr beworben – auch deshalb könnte das Publikum das Interesse verloren haben.

Wieso sie trotzdem sehenswert ist: „Pushing Daisies“ ist quasi ein Wes-Anderson-Film im Serienformat: schöne Farbschemata, skurrile Charaktere, schräge Mordfälle. Und eine ziemlich liebe Liebesgeschichte.

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Firefly

Trägt in Deutschland noch den Untertitel „Der Aufbruch der Serenity“ und wurde 2002 nach einer Staffel abgesetzt.

Worum es geht: Im 26. Jahrhundert versucht die Besatzung des kleinen, unabhängigen Transport-Raumschiffs „Serenity“ durch (teils zwielichtige) Aufträge in den abgelegenen Siedlungsgebieten der Menschheit im Weltraum zu überleben. Dort ist die Technisierung nicht besonders weit fortgeschritten, es herrschen ähnliche Zustände wie in alten Western-Filmen.

Warum die Serie abgesetzt wurde: Der Fernsehsender Fox, der die Serie produzierte, war von Anfang an nicht begeistert von der Serien-Idee, die „Buffy“-Erfinder Joss Whedon vorstellte. Trotzdem ließ Fox eine Staffel produzieren, die dann nur teilweise ausgestrahlt wurde. Gute DVD-Verkäufe führten allerdings dazu, dass es auch einen „Firefly“-Kinofilm gibt.

Wieso sie trotzdem sehenswert ist: Kurz: Kult. Lang: Für alle, die sich für Sci-Fi interessieren, ist „Firefly“ eigentlich ein Muss. Zahlreiche Verweise auf etwa „Star Wars“, „Raumschiff Enterprise“ und „Alien“ sind kaum zu übersehen. Außerdem sind das Genre „Space-Western“ und die Wortgefechte der Besatzungsmitglieder der „Serenity“ so seltsam-lustig, dass es sich einfach lohnt, „Firefly“ zu schauen.

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Vinyl

Die Serie, an der unter anderem Martin Scorsese und Mick Jagger (!) mitgearbeitet haben, wurde nach einer Staffel 2016 eingestellt.

Worum es geht: Richie Finestra ist der drogenabhängige Chef eines sterbenden Plattenlabels in den 70ern. Richie erkennt Punk und Disco als aufkommende Musiktrends und versucht, sein Plattenlabel mit neuem Sound zu retten.

Warum die Serie abgesetzt wurde: Das weiß niemand so genau. Ursprünglich hatte der Sender HBO bereits bestätigt, dass die Serie um eine zweite Staffel verlängert würde. Als sich der Showrunner, Terence Winter, aus der Produktion zurückzog, wurde allerdings auch das Angebot einer zweiten Staffel zurückgezogen.

Wieso sie trotzdem sehenswert ist: Die Musikszene der 70er ist wunderschön (wenngleich natürlich sicher nicht ganz akkurat) porträtiert. Man trifft auf Lou Reed (leider nicht den echten) und sieht Mick Jaggers Sohn James (schon den echten) auf der Bühne mit seiner fiktiven Punk-Band Nasty Bits.

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Bunheads

Hieß bei uns auch „New in Paradise“ und wurde 2013 nach einer Staffel eingestellt.

Worum es geht: Michelle Simms heiratet und zieht in die Heimatstadt ihres Mannes. Dort bekommt sie einen Job als Tanzlehrerin in der Tanzschule ihrer Schwiegermutter. Ihre jungen Ballettschülerinnen werden rasch zu Freunden.

Warum die Serie abgesetzt wurde: Dazu ist wenig bekannt. Zu den ursprünglich bestellten zehn Folgen kamen acht weitere hinzu. Für eine zweite Staffel reichte dann wohl der Erfolg nicht mehr.

Wieso sie trotzdem sehenswert ist: Weil Amy Sherman-Palladino sie ersonnen hat. Was automatisch bedeutet: starke, Wortwitz-reiche Dialoge, leicht schrullige, liebenswerte Charaktere und langlebige Themen. Ideal zum Schauen zwischen dem Ende der zweiten Staffel von „The Marvelous Mrs. Maisel“ und als Päuschen im ständigen „Gilmore Girls“-Marathon.

The Get Down

Die Netflix-Musical-Serie wurde nach einer Staffel eingestellt. 2016 und 2017 wurde die erste Staffel in zwei Teilen auf Netflix veröffentlicht.

Worum es geht: New York in den 70ern:  Ezekiel „Zeke“ Figuero und seine Freunde leben in der Bronx, in der Gewalt und Kriminalität regieren. Mithilfe von HipHop wollen sie aus ihrem Alltag ausbrechen und sich neue Lebensverhältnisse schaffen.

Warum die Serie abgesetzt wurde: „The Get Down“ war zu teuer und dafür zu wenig erfolgreich. Die Serie ist mit mindestens 120 Millionen US-Dollar an Produktionskosten die teuerste Serie, die Netflix je produziert hat. Dennoch konnte„ The Get Down“ nicht an den Erfolg von „Stranger Things“ und „Orange Is The New Black“ anknüpfen.

Wieso sie trotzdem sehenswert ist: Weil es eine HipHop-Musical-Serie, die in den 70ern spielt, ist, die auch noch teuer produziert ist. Showrunner war Baz Luhrmann (der schon für William Shakespeares „Romeo + Julia“ und „Moulin Rouge“ verantwortlich zeichnet), welcher in einem Interview sagte: „An jedem Punkt gab es keine Präzedenzfälle dafür, was wir machen sollten.“ Das hört sich zwar schwierig an, aber auch danach, als wäre Luhrmann kreativ geworden.

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