9 Dinge, die beim Eurovision Song Contest 2016 besonders nervten – und Jamie-Lee

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Deutschlands letzter Platz beim Eurovision Song Contest war auch im Jahr 2016 niemals wirklich in Gefahr und irgendwie scheint es, als biete das schummrig-einschläfernde Licht der roten Laterne den Betroffenen ein Gefühl der Geborgenheit. Wir wollen uns nicht länger ärgern und widmen uns deshalb den skurrilen und unangenehmen Seiten des ESC 2016:

1. Frieden und Liebe

Dieses Jahr zeigte der ESC, dass er auch ein wenig Selbstironie kann. Moderatorin Petra Mede und Vorjahressieger Måns Zelmerlöw verdeutlichten in einem nicht ganz ernst gemeinten Medley mit welchen Grundvoraussetzungen man den Wettbewerb eigentlich immer gewinnt – zum Beispiel mit Songs über Liebe und Frieden. Nur kurze Zeit später steht fest: Es wird sich wohl auch nichts daran ändern. Auch die Ukrainerin Jamala gewinnt mit ganz viel „Frieden und Liebe“.

2. Der ESC-Experte Peter Urban

ESC-„Experte“ Peter Urban begleitete das deutsche Publikum nicht nur mit hochqualifizierten Aussagen durch die Show („die Halle bebt“), sondern wusste auch gegenüber seinen Kollegen mit hilfreichen Tipps zu glänzen: Als das Mikrophon ausfiel, warf Urban seinen Mitarbeitern ein motivierendes „Seid ihr bekloppt? Das wird Ärger geben!“ entgegen. Außerdem stellte er seine Expertise nach Ende der Show eindrucksvoll zur Schau: „Irgendwas machen wir wohl falsch“, stellt Urban fest, nachdem Manga-Mädchen Jamie-Lee mit Abstand auf dem letzten Platz landet. Das erklärt natürlich alles!

3. Young Georgian Lolitaz

Diese vier feschen Herren aus Georgien setzten auf ein Genre, das beim ESC ohnehin keine Chancen hat: Indie-Rock. Sie geben alles, um zu klingen wie Oasis. Der Bassist hat sich sogar eine Liam-Gallagher-Gedächtnis-Frisur schneiden lassen. Und wer fällt auf die ganze Nummer rein? Natürlich, Großbritannien. Zwölf Punkte schieben sie nach Georgien für den halbgaren Oasis-Verschnitt aus dem Jahr 2016. Wird vielleicht doch Zeit für eine Oasis-Reunion?

4. Mans Zelmerlöw und sein penetrant nerviger Siegersong

Wir haben es ja wirklich alle verstanden: Der Kerl mit dem Modelgesicht, dem Zahnpastalächeln und dem muskulösen Oberkörper hat vergangenes Jahr für Schweden gewonnen. Doch warum sich in diesem Jahr während der Show mehrere Menschen dazu entschieden, sich aus irgendwelchen Gründen bei dem Mann anzubiedern und ihm seinen eigenen Song vorzuträllern, bleibt ein Rätsel.

5. Hoverboards? Hoverboards!

Jemand aus dem kreativen schwedischen ESC-Team hat offenbar tatsächlich gedacht, dass es die beste Idee sei, Måns Zelmerlöw seinen neuen (und natürlich auch alten) Song auf Hoverboards präsentieren zu lassen. Und diese Idee schien auch die Beste zu sein, denn sie brachte es zur Umsetzung. Die Frage, die sich dabei jeder stellt: Wieso?

6. Favorit Sergey Lazarev

Es spricht Bände über den ESC, wenn ein Act wie Sergey Lazarev aus Russland zu den Favoriten zählt. Allein der dumpfe Reim „Thunder ’n‘ lightning it’s gettin’excitin'“ ist Grund genug, diesen Beitrag zu disqualifizieren. Hinzu kommt noch ein grausamer 90er-Jahre-Beat und passend dazu die Einlage der Background-Boygroup. Und da eine aufwendige Bühnenshow zuträglich ist für den Sieg – siehe vergangenes Jahr – wurde auch hier nicht gespart. Das Schlimmste: es funktioniert. Von den Zuschauern gab es die höchste Punktzahl.


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7. Das Schaf im Wolfspelz

Rein optisch sah Michal Szpak aus Polen ziemlich vielversprechend aus. Die Haare lang, die Nägel lackiert, die Posen ganz lässig. Als würde er Heavy Metal auf die Bühne bringen, quasi der Lordi-Effekt. Die Realität sah leider nicht so witzig aus. Langweiliger Durchschnittspop, der von den Jurys abgestraft, von den Zuschauern ordentlich belohnt wurde – Platz acht.

8. Was wohl Brandon Flowers von Zypern hält?

Mit Ideenlosigkeit wird beim ESC recht offen umgegangen: Sowohl beim belgischen Beitrag von einer jungen Dame namens Laura Tesoro gab man ganz offen zu, sich bei Queens „Another One Bites The Dust“ bedient zu haben, als auch bei den als Rockband bezeichneten Minus One aus Zypern. Die haben es sich nämlich ganz einfach gemacht und den Killers-Song „Somebody Told Me“ nahezu komplett übernommen und mit einem recht sinnlosen eigenen (?) Text versetzt. Das ist nicht cool, gar nicht cool!

9. Jamie-Lee

Jamie-Lee fiel vor allem im direkten Vergleich mit einem uninspirierten und statischen Auftritt enorm auf. Trotzdem hielten Peter Urban, Barbara Schöneberger & Co. an dem Glauben fest, dass es doch ein so toller Auftritt war.

10. „ESC wird politisch“

Bei der finalen Punktevergabe kam es noch zu einem brisanten Showdown: Ukraine und Russland hofften beide auf die Gold-Medaille. Ausgerechnet diese beiden Länder mit ohnehin hohem Konfliktpotential. Die Flut an Kommentaren in den sozialen Netzwerken folgte sofort: der ESC ist politisch, der Ukraine wurden aus Mitleid Punkte zugeschachert. Der ESC ist und bleibt aber ein reiner Musik- (und Kostüm-)Wettbewerb. Und wäre sicherlich nicht der beste Ort, um eine politische Verschwörung zu platzieren.


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