Alter Song, neues Video: Chefket zeigt Clip zu „Made in Germany“

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Krieg und Waffenexport: Diese Themen lassen Chefket einfach nicht los. Um einen Beitrag zur Debatte um deutsche Waffenexporte in Kriegsgebiete zu liefern, bringt der Deutschrapper nun zu seinem sieben Jahre alten Track „Made in Germany“ ein neues Musikvideo heraus. In dem Clip, der in Zusammenarbeit mit Regisseur Julius Grimm entstand, sind Bilder von Gewehren, Panzer und Kriegsgebiete zu sehen.
Chefket wollte das Stück vom 2013er IDENTITÄTER-Album frisch aufleben lassen, da er ihn als aktueller denn je empfand. In dem Song heißt es:
„Ich bin made in Germany.
Bist du auch made in Germany?
Daimler Panzer made in Germany,
Heckler und Koch made in Germany.
Die Wahrheit ist nicht zu fassen, wir verkaufen Waffen,
um Arbeitsplätze zu schaffen.“

Als Chefket vor über sieben Jahren den Track schrieb, hatte er gerade eine Doku über deutsche Waffenexporte gesehen. Er war schockiert von dem, was er da sah. Geschockt auch von seinem eigenem Unwissen. Er googelte mehr zum Thema Waffenexporte aus Deutschland und brachte schließlich „Made in Germany“ heraus. Nun ist zwar etwas Zeit verstrichen, aber die wichtigen Änderungen bleiben aus. In dem offiziellen Statement zur Video-Veröffentlichung heißt es: „Es sind immer noch deutsche Rüstungsgüter in Krisengebieten im Einsatz und die Exporte erreichten 2019 einen Rekordwert.“ Der Musiker will, dass wir nicht alles um uns immer nur hinnehmen, sondern auch aktiv einen Wandel anstreben. Der neue Clip soll einen Anfang dazu darstellen.

Das aktuelle Album von Chefket, 2112, ist am 21. August 2020 erschienen. Für die Songs hat Produzent Nobodys Face tief in die Trickkiste gegriffen und die abseitigsten Produktionen hervorgeholt. Über Boom-Bap-Unterbau, Trap-Anleihen, Dubstep-Wobblen oder Grime-Basslines ist auf der neuen Platte alles dabei.

Chefket, eigentlich Sevket, begann sein Leben als Sohn türkischer Zuwanderer im beschaulichen Heidenheim auf der Schwäbischen Alb. Zuhause wird Türkisch, draußen Deutsch gesprochen. „Keiner hat es geschafft, meinen Namen richtig auszusprechen“, erinnert der Musiker sich. „Deshalb habe ich die Falschaussprache ‚Chefket‘ einfach angenommen und musste so erst gar nicht nach einem Künstlernamen suchen.“


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