Bassiani: BCC-Doku über die umstrittenen Razzien in georgischen Clubs

Die Bilder, die im Mai aus der georgischen Hauptstadt Tiflis über Social Media bis zu uns verbreitet wurden, zeigten das Horrorszenario jedes Clubbetreibers und jedes Feiernden: Zur Peak-Time stürmten schwerbewaffnete Polizisten mit Maschinengewehren die Tanzfläche der beiden Undergroundclubs Bassiani und Café Gallery und nahmen 70 Menschen gewaltsam fest. Danach versammelten sich Tausende vor dem Parlament zu einem Protesrave gegen die konservative Regierung. International solidarisierte sich die DJ-Szene daraufhin mit den Demonstranten:

Den Fragen nach den politischen Hintergründen und Implikationen geht die Reporterin Rayhan Demytrie in ihrer 15-minütigen BBC-Doku „Georgia’s Rave Revolution“ nach. Sie besucht die Orte des Geschehens und spricht mit Bassiani Gründungsmitglied Zviad Gelbakhiani. Gleichzeitig lässt sie auch die Gegenseite zu Wort kommen, trifft sich mit Vertretern der ultraorthodoxen Kirche und Anführern rechtsradikaler Gruppierungen, die während des Protest-Raves auftauchten und von denen vermutet wird, dass sie mit Russland in Verbindung stehen.

Tanzen als politischer Akt

Da viele den von der Polizei genannten Grund gegen Drogendealer im Club vorgehen zu wollen, für vorgeschobenen hielten, konfrontiert Demytrie auch die georgische Polizei. In Georgien kann man wegen des Besitzes einer Ecstasy-Pille zu fünf bis acht Jahren Haft verurteilt werden. Viele halten diese extrem restriktive Drogenpolitik, die vor allem Konsumenten und nicht die Dealer verfolgt, für ein letztes Druckmittel gegen die aufstrebende Clubkultur.

Da Clubs in dem konservativen Land einer der wenigen safe spaces der unterdrückten LGBTQ-Community sind, ist die Drogenpolitik somit auch zwingend in einem weiteren politischen Kontext zu betrachten. Deutlich wird in der Doku: „Die Polizeigewalt und Einschüchterung durch rechtsextreme Gruppierungen haben Tanzen in Georgien in einem politischen Akt verwandelt.“

Hier könnt ihr die Doku ganz schauen:

 


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