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Schallschutzmauern gegen Clubsterben: Wenn die Berliner Partyszene um ihre Existenz bangen muss

Berlin wird von Touristen gerne als die Stadt bezeichnet, die niemals schläft. Für Anwohner von Partykiezen, wie es sie in Kreuzberg oder Friedrichshain gibt, ist das ein Problem. Dort, wo sich Clubs und Musikstätten aneinander reihen, sorgen sie für einen Lärmpegel, der nicht ignoriert werden kann. Damit Berlin auch weiterhin für seine vielfältige Musik-und Partyszene bekannt sein kann, wurden nun Förderfonds für den Lärmschutz von Clubs eingeführt. Denn während die Gäste sorglos die Nächte durchfeiern, bangen Berliner Clubs um ihre Existenz.

Vom Berliner Senat wurden eine Million Euro in Fonds investiert. Die Clubbetreiber können, je nach Größe und Bedürfnis, bis zu 100.000 Euro für Schallschutz und ähnliche Umbauten beantragen  und damit einen Zuschuss, ohne den sie sich die Maßnahmen nicht leisten könnten. Die 2001 gegründete Berliner Clubcommission verwaltet diese Fonds. Laut Raimund Reintjes, zuständig für Lärmschutz bei der Clubcommission, haben sich bisher zwölf Berliner Clubs um Unterstützung beworben.

Dialog zwischen Anwohnern und Betreibern verbessern

Clubsterben ist in Berlin kein Fremdwort mehr. Nachdem bereits zahlreiche Läden, darunter „Magnet“, „Knaack“, „Icon“ und zuletzt das „Rosi’s“, schließen mussten, soll sich nun darum bemüht werden, weitere Schließungen zu verhindern. Ein weiterer Grund für das Aussterben vieler Clubs sind die rasant steigenden Mietpreise, durch die auch die Clubs ihre Preise erhöhen müssen und deshalb weniger Gäste verzeichnen können. Denn wer will schon ein Bier für 8 Euro trinken?

Kooperation

Im internationalen Vergleich steht Berlins Musik- und Partyszene (noch) nicht schlecht da. Das liegt unter anderem an der Berliner Clubcommission, die auch als Vermittler zwischen Veranstaltern und Bewohnern dienen soll. So wurden unter anderem Versammlungen von Clubbetreibern und Anwohnern organisiert, sowie ein Beschwerdetelefon eingerichtet. Den Anwohnern, die sich neben Lärm zum Beispiel durch Müll, Drogendealer oder belagerte Hauseingänge belästigt fühlen, soll es so möglich sein, sich bei Beschwerden direkt bei Clubmanagern zu melden und nicht gleich die Polizei einschalten zu müssen.


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