Captain Kirk ist tatsächlich ins All geflogen – der Eindruck hinterlässt Demut


William Shatner sagt: „Es war anders, als es immer beschrieben wird, und anders als alles, was ich je gesehen oder erlebt habe.“

William Shatner wurde mit seiner Rolle des Captain Kirk in „Star Trek“ weltberühmt. Für die TV-Serie flog er bisher nur in Filmstudios durch das Weltall. Für eine PR-Aktion des Multimilliardärs Jeff Bezos ist er nun tatsächlich in den Weltraum abgehoben und sicher wieder gelandet.

Dem Schauspieler wurde das Ticket für die zweite Blue-Origin-Crew geschenkt – zukünftige Flüge sollen zwischen 200.000 und 500.000 Euro kosten. Auch wenn das im Nahverkehr gerade so keine Kurzstrecke mehr ist, ist das schon etwas teuer für eine zehnminütige Reise. Dafür ist der Ausblick unbezahlbar. Das erfuhr auch William Shatner nun am eigenen Leib.

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Unter Tränen beschriebt der 90-jährige Schauspieler sein Erlebnis im Weltall: „Es war unbeschreiblich (…) Jeder Mensch auf der Welt muss das machen, jeder muss es sehen.“ Shatner ist damit der älteste Mensch, der jemals an einer Weltraummission teilgenommen hat.

Dass der Blick von oben auf die Erde ein besonders prägender ist, scheint einleuchtend. Viele Astronaut*innen hatten sich bereits in Interviews demütig über den Ausblick auf den kleinen Blauen Planeten gezeigt. Der deutsche ISS-Bewohner Alexander Gerst hatte zum Beispiel bereits mehrfach seine Sicht geschildert – und immer wieder deutlich gemacht, wie klein er sich plötzlich vorkomme, wie nichtig ihm Kriege erscheinen und wie beunruhigend die Regenwälder in Brasilien aussähen.

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Auch William Shatner wirkte nach dieser Erfahrung demütig: „Es war anders, als es immer beschrieben wird, und anders als alles, was ich je gesehen oder erlebt habe. Es ist so enorm und so schnell und geht um die Plötzlichkeit von Leben und Tod. Man sieht dort draußen nur Schwarz – und auf der Erde sieht man Blau und Licht. Was ich wirklich jedem sagen will, ist, wie gefährdet und zerbrechlich alles ist – es gibt nur diese dünne Schicht von Atmosphäre, die uns am Leben hält.“

Zweiter Bezos-Flug ins All

Die New-Shepard-Kapsel – benannt nach Alan Shepard, dem ersten Mensch im All – ist damit der zweite zivile Flug des US-Raumfahrtunternehmens Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Am 20. Juli startete dieser zusammen seinem Bruder Mark Bezos, dem 82-jährigen Piloten Wally Funk und dem 18-jährigen niederländischen Teenager Oliver Daemen für einen zehnminütigen Flug ins All.

Bei diesem kurzen und absurd teuren Ausflug wurde laut eigenen Abgaben eine Höhe von etwa 107 Kilometern erreicht. Etwa 100 Kilometer über dem Erdboden gilt als die Grenze zum Weltall. Eine internationale, einheitlich festgelegte Grenze gibt es jedoch nicht.