Es werde Schrift: The Phraseology Project

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The Phraseology Project

“The Phraseology Project” ist eigentlich ein profanes Konzept. Die Annahme, dass mittels Schrift die Bedeutung eines Worts intensiviert, verdreht, abgeändert oder in plakative Bildwerdung übersetzt werden kann, ist alt. Und Grundlage jedes Grafikdesigns. Dass sich The Phraseology Project, das der Amerikaner Drew Melton im Januar diesen Jahres ins Leben rief, dennoch von fast allen Typographie-Projekten unterscheidet, ist einer ebenfalls simplen Idee Meltons zu verdanken: die der Teilhabe.

Statt wie viele andere Designseiten nur zusammenhanglos Arbeiten und Entdeckungen zu präsentieren, müssen erst die Anderen die Inhalte beisteuern: Ein Wort oder eine Redewendung kann von jedem auf der Seite eingegeben werden, dann machen sich Melton, seine Partner oder einer der Gastkreativen an die Arbeit. Am Ende dieses Prozesses erscheint die „designte“ Sprache in Form eines Bilds auf der Website. Meist changierend zwischen Typographie und Illustration. Manchmal auch mit Hilfe von Fotos collagiert, nur selten als reine Schrift.

Das ist auf mehrere Arten interessant. Einerseits, weil man einen Eindruck gewinnt, welche Worte und Versatzstücke der – zwar englischen – Sprache offenbar so stark zu sein scheinen, dass sie nach einer bildlichen Umsetzung, einer verlängerten Haltbarkeit, verlangen. Andererseits, weil das laufende Project eine Art Experimentcharakter besitzt, denn mit seinen unterschiedlichen Designern und sich verändernden Assoziationen wird das Ergebnis immer wieder anders aussehen, oder aber gleichbleiben. Je nachdem wie unverrückbar Sprache schon mit Bedeutung aufgeladen ist. Und zuletzt verlockt der Gedanke, etwas, zu dem man einen persönlichen Bezug hat, gestaltet zu bekommen. Lauter gemacht, versteckter, interessanter oder einfach schöner.

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