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Amy Lee und Troy McLawhorn von Evanescence

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Die größte Überraschung

Gut 300 Acts auf über 40 Locations verteilt: Da ist Organisationstalent gefragt – besonders, wenn man die Überschneidungen unter seinen Must-Sees so gering wie möglich halten möchte. Schon am frühen Donnerstagabend wird der persönliche Timetable über den Haufen geworfen. Auf dem Weg zur norwegischen Pop-Sensation Aurora hört man von einer jungen Musikerin, die in die gleiche Kerbe wie die junge Skandinavierin schlägt, aber dafür nicht im hässlichen Mehrzweckzelt Damsterstage spielt: Alice On The Roof. Die zierliche, blonde Belgierin betört in der Musikschule Vrijdag mit zurückgenommenem, elektrifiziertem Pop und ihrem zuckersüßen Auftreten.

Der katastrophalste Auftritt

Gibt es für Konzertgänger etwas Schlimmeres als herauszufinden, dass die Band, die man auf Platte so wahnsinnig faszinierend findet, live eine völlige Katastrophe ist? Wohl kaum. So geschehen im Vera, der geschichtsträchtigsten Konzerthalle Groningens. Dort, wo schon Nirvana und Joy Division auf der Bühne standen, blamieren sich die vier Schwedinnen von Dolores Haze bis auf die Knochen. Schon nach dem ersten Song steht man mit offenem Mund in der mit gut 1500 Leuten rappelvollen Halle und fragt sich, ob die jungen Frauen sich erst zum zweiten Mal ihre Instrumente umgeschnallt haben. Ein völlig unterirdisches Geschrammel, dem völliges Rhythmusverständnis fehlt. Nach dem zweiten Track ist die Halle schon lichter geworden, nicht einmal die Hälfte des vorher gespannt wartenden Publikum möchte sich das länger freiwillig antun. Während man sein Bier in der Schneise zwischen Eingangshalle und Konzertraum trinkt (in den Niederlanden herrscht strengstes Alkoholverbot in der Öffentlichkeit) weist man die in die Halle kommenden Leute darauf hin, was sie da drin erwartet. Ein junges Pärchen antwortet, man werde sich trotz des nett gemeinten Ratschlages auf Dolores Haze zu verzichten doch selbst einen Eindruck machen. Zwei Minuten später kommt dieses Pärchen lachend aus dem nun vielleicht noch mit 300 Personen gefüllten Vera und hat für Dolores Haze nur ein Kommentar für uns auf den Lippen: „They’re aweful!“



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