Spezial-Abo

Frauen in Genres stark unterrepräsentiert: Deezer startet Initiative „Women’s Voices”

von

Es ist eine ganz schön bittere Nachricht, die Deezer kurz vor dem Weltfrauentag am 08. März 2021 öffentlich macht: Ausgewertete Daten der „Top 100“-Playlists bei dem Streamingdienst haben ergeben, dass der Frauenanteil in beliebten Genres wie HipHop, Rock und Electro unter 10 Prozent liegt. So sind nur sieben Prozent der Künstler*innen in der Top-100-Liste von Rock und HipHop Frauen – und bei dem Genre Electro sind es sogar nur vier Prozent. Um die Sichtbarkeit von Künstlerinnen auf der Plattform zu stärken, startet Deezer die Initiative „Women’s Voices“ mit mehreren kuratierten Playlists, exklusiven Cover-Versionen von Musikerinnen und Fakten zu Frauen im Musikbusiness. 

„Mit nur vier Prozent ist Electro klar das am stärksten männerdominierte Genre“

„Auch wenn besonders Popstars wie Lady Gaga oder Schlager-Größen wie Helene Fischer den Eindruck hinterlassen, dass im Musikbusiness Frauen bereits eine große Stimme haben, zeigen die Streamingzahlen deutlich, wie männliche Künstler die meisten Genres dominieren. Mit unserer Initiative möchten wir Musikerinnen die Sichtbarkeit geben, die sie verdienen und hoffentlich mehr Diversität in den Charts zu erreichen“, erklärt Kim Weaver, Head of Global Music Programming bei Deezer, die Motivation hinter der Initiative.

Pop ist laut Deezer mit einem Frauenanteil von 42 Prozent das diverseste (!) Genre – danach geht es nur noch weiter bergab: Auf dem zweiten und dritten Platz befinden sich die Genres R&B und Soul, die einen Frauenanteil von 39 Prozent und 26 Prozent aufweisen. Bei Rock und Country stammen nur noch 15 Prozent der Songs von weiblichen Artists, bei HipHop und Rock sind es nur 7 Prozent. Bei dem Genre Electro sind die Daten besonders deprimierend: „Mit nur vier Prozent ist Electro klar das am stärksten männerdominierte Genre“, lässt der Streamingdienst mitteilen. Die Quoten ergaben sich bei der Datenauswertung der „Top 100“-Listen der jeweiligen Genres.

Teil der Initiative: Exklusive Cover-Sessions und kuratierte Playlists

Die von Deezer gestartete Initiative „Women’s Voices“ fordert nun mehr Präsenz von Künstlerinnen im Musikbusiness. So präsentiert der Streamingdienst exklusive Originals Sessions, in denen Künstlerinnen Songs von anderen Künstlerinnen neu interpretieren, darunter The Staves mit einer Coverversion von „Cloudbusting” von Kate Bush, Birdy mit „A Case Of You” von Joni Mitchell, LP mit „Hello” von Adele, Dodie mit „Oh, What A World” von Kacey Musgraves und Foushee mit „Drew Barrymore” von SZA. Zudem möchte der Streamingdienst mit kuratierten Playlists auf Frauen hinweisen, die als Songwriterinnen, Produzentinnen und Musikerinnen für viele internationale Hits verantwortlich sind. Diese Reihe soll den Titel „Women Behind The Music“ tragen. Nicht zuletzt sollen auch Frauen im Genre Electro mehr Sichtbarkeit bekommen, weshalb Deezer die Playlist-Serie „100%” ins Leben ruft, in der ausschließlich weibliche Artists aus dem Genre vertreten sind. All diese Angebote sollen pünktlich zum Weltfrauentag ab dem 08. März 2021 auf Deezer zu finden sein.


Netflix will 100 Millionen US-Dollar für mehr Diversity ausgeben
Weiterlesen

3 Monate MUSIKEXPRESS nach Hause

Grafik Abo 3 Ausgaben für 9,95 €