Im kommenden Musikexpress: The Clash im 14-Seiten-Special

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Der neue Musikexpress inklusive Soundtrack zum Heft. Ab dem 11. Juli im Handel.

Am 11. Juli erscheint die August-Ausgabe des Musikexpress. Unser Titelheld ist ein alter Bekannter: Joe Strummer, Gitarrist und Sänger von The Clash, in einer seiner legendären Live-Posen aus dem Jahr 1978. Mit Strummer selbst können wir bekanntlich leider nicht mehr über seine einflussreiche Punkband sprechen, dafür mit Mick Jones und Paul Simonon. Das hat Michael Hann in London getan. Lest hier einen Auszug des Interviews über die Wurzeln von The Clash, Schlaghosen und Kabelsalat aus unserer Titelgeschichte. Oh, und: ein neues T-Shirt haben wir auch.

„Wir konnten fast die Gedanken des anderen lesen“ – Auszüge aus dem Interview mit Mick Jones und Paul Simonon von The Clash

„London’s Burning“, diese Tage sind lange vorbei. Man kann nicht mehr „up and down the Westway / in and out the lights“ flanieren. Die Überführung, die The Clash da besangen, gibt es noch – doch ein Blick aus dem obersten Stock von Damon Albarns Studio, in dem das Interview mit Mick Jones und Paul Simonon stattfindet, zeigt, dass die Lichtmasten darauf inzwischen gekappt wurden und den Westway wie abgeholzte Alleebäume säumen. Der Gitarrist und der Bassist sind auch keine wütenden, jungen Punks mehr: stattdessen zwei extrem gut angezogene Herren mittleren Alters, die sich Zigaretten drehen und Witze reißen, als seien sie zu Gast in einer altmodischen Radio-Comedy-Show.

Jones und Simonon sind hier, um über Sound System zu sprechen, ein Box-Set, das Ende des Sommers erscheinen wird und die fünf ersten The-Clash-Alben in neu abgemischter Form plus eine Sammlung von Audio- und Video-Raritäten enthält. Herzstück ist eine Doppel-CD, THE CLASH HITS BACK, deren Songliste in der gleichen Reihenfolge wie die Setlist ihrer legendären Show im Brixton Fair Deal (heute: Academy) im Juli 1982 geordnet ist.

Was war an der Brixton-Show so wichtig, dass ihr die Kopie der Setlist auf THE CLASH HITS BACK abgedruckt und die Songs in der gleichen Reihenfolge sortiert habt?

Paul Simonon: Wir kommen aus der Nähe von Brixton, dort liegen unsere Wurzeln. Als Zehnjährige sind wir da samstagmorgens hingegangen, um Filme zu sehen. Damals hieß es noch The Brixton Astoria. Das ist auch der erste Ort, an dem ich ein Popkonzert gesehen habe. Eines Tag haben die Betreiber gesagt: „Alles klar, Jungs und Mädels, wir haben eine besondere Überraschung für euch – wir werden keinen Film zeigen!“ Alle haben gebuht, und dann sagten sie: „Wir haben wirklich eine Überraschung für euch – wir haben Sandie Shaw!“ Und Sandie Shaw kam auf die Bühne und legte los. Sie hat dann eine Stunde gespielt. Mein allererstes Popkonzert.

Mick Jones: Zu der Zeit waren samstags Tausende von Leuten unterwegs, so viele, wie eben in die Brixton Academy reingepasst haben. Das war am Wochenende das soziale Epizentrum, wo alles passiert ist. Meist ist einer von uns heimlich am Regenrohr des Kinos hochgeklettert, durch ein offenes Klo-Fenster eingestiegen und dann runter gelaufen, um den anderen eine Tür aufzumachen. Durch die haben wir uns dann reingemogelt und verbotene Filme geschaut.

Simonon: Ich wollte dort unbedingt „Hell’s Angels ’69“ sehen, aber die haben mich erwischt und eine Ansage gemacht: „Keine Chance, Freundchen, dazu bist du zu jung.“

Wie sehr hat sich damals eure Setlist von Show zu Show geändert?

Jones: Meistens haben wir ziemlich viel verändert. Klar, es gab ein paar Nummern, die immer drinbleiben mussten. Joe (Strummer) hat die Liste geschrieben, aber wir konnten Vorschläge machen.

Simonon: Neulich musste ich daran denken, dass es für Joe eine ziemliche Herausforderung gewesen sein muss, wenn wir Songs ausgesucht haben. Schließlich musste er sich an die Songtexte erinnern, selbst wenn wir den Song schon lange nicht mehr gespielt hatten. Ich verstehe jetzt auch, warum er sich vor den Konzerten immer so komisch murmelnd in einer Ecke rumgedrückt hat: er ist damals wahrscheinlich einfach die Texte von den Songs durchgegangen, die wir – ohne großartig drüber nachzudenken – vorgeschlagen haben. Bei uns ging es immer darum, eine Show aufzubauen, bei der es einen natürlichen Höhepunkt gibt. Na ja, und manchmal sind die Dinge auch außer Kontrolle geraten. Gab’s irgendwo Aufruhr, stand quasi fest: als Nächstes würden wir „Armagideon Time“ spielen.

(…)

Außerdem Teil unseres 14-seitigen Specials über The Clash: ein Essay namens „Bis es knallt“ von André Boße über die drei Revolutionen von The Clash, Zitate anderer Rockstars und Bandmitglieder über The Clash, Songzitate, zehn gelungene Coverversionen, die The-Clash-Discografie rückblickend in jeweiligen Einzel-Rezensionen und vieles mehr.

The Clash – „London Calling“-T-Shirt in unserem Merch Shop

Anlässlich unseres großen The-Clash-Specials gibt es ab sofort exklusiv über unseren Online-Shop ein ikonisches LONDON-CALLING-T-Shirt zu beziehen und danach anzuziehen. Abonnenten shoppen bei uns übrigens noch günstiger, auch die neue Kollektion.

Der neue Musikexpress – ab 11. Juli 2013 im Handel erhältlich.

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