Keine Chance für die Mafia

Mit „The Harder They Come“ entstand Anfangder siebziger Jahre in Jamaika der bislang wichtigste Reggae-Film: Mit Jimmy Cliff in der Hauptrolle zeigte er die Musik der Insel in ihrem sozialen Umfeld und vermittelte eine Fülle von Detailinformationen. Den Einblick in das materiell armselige tägliche Leben auf der karibischen Insel sowie in die mehr denn je expandierende Musikszene vermittelt auch „Rockers“, aber hier passiert das eher nebenbei. Im Mittelpunkt des Films steht stattdessen eine Art Kriminalkomödie: die Geschichte des Drummers Leroy „Horsemouth“ Wallace, der einem Gangster-Syndikat auf liebenswerte Weise die Zähne zeigt. Horsemouth möchte seinen kargen Drummerlohn verbessern und auf dem Lande Platten verdealen.Er kauft sich von gepumptem Geld ein Motorrad, das ihm die Gangster klauen, um es mit einem Berg anderen Diebesgutes zu verschachern. Die Gangster (im Film als“.Mafia“ bezeichnet) schlagen Horsemouth zudem halbtot, aber ein Rasta in den Bergen rettet ihn. Die unblutige „Rache“, die Horsemouth mit Hilfe vieler Freunde aus der Reggaeszene (den „Rockers ) inszeniert, bringt den Höhepunkt und das Ende des Films, und dieses Ende ist so gut, daß ich die Pointe hier nicht verraten möchte. Die Liste der Reggae-Musiker, die in diesem ausgezeichneten Film auftauchen, ist ellenlang; außer Bob Marley mischt fast jeder mit. Die Musik, zum Teil live dargeboten, ist Reggae der Spitzenklasse (siehe auch Longplayers), und das Leitmotiv des Films, das für sich spricht, singt Peter Tosh: Im a steppin‘ razor, don’t you watch my size. Im dangerous…

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