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Keine neue Revolution: Apples neuer Dienst „iTunes Radio“

Nachdem Apple in der vergangenen Woche bei der Worldwide Developers Conference (WWDC) in Kalifornien neben vielen Neuheiten auch seinen neuen Musik-Streaming-Dienst iTunes Radio vorgestellt hatte, war der Jubel groß. Allerdings kommen bisher nur angemeldete Entwickler in der USA in den Genuss des neuen Angebots. Der Rest der Welt muss bis zum Herbst warten. Aber es gibt bereits Möglichkeiten, auch hierzulande iTunes Radio ausprobieren zu können.

Wer einen Apple Developer Account hat, kann sich die Betaversion des neuen iOS 7 herunterladen. Im Netz kursieren einfache Anleitungen, wie auch iTunes Radio zu installieren ist. Wer sich die Arbeit gemacht hat, wird aber festellen, dass iTunes Radio, zumindest auf den ersten Blick, weit weniger revolutionär wirkt, als man es sich von den Schöpfern von iTunes erhofft hätte.

Mit der im Herbst 2013 erscheinenden neuen Betriebssystem-Version iOS 7 ist iTunes Radio ein fester Bestandteil des iTunes Players auf dem iPhone, iPod Touch und iPad. Auch über Mac-Computer und das Apple TV wird der Dienst zur Verfügung stehen. Dort lassen sich dann sortiert nach Dutzenden von Genres Radioplaylisten auswählen und anhören. Diese Sender wird iTunes Radio entsprechend des eigenen Geschmacks anpassen, dazu kann man angeben, ob man mehr Songs einer bestimmter Art hören möchte oder nicht. Der Dienst soll also mitlernen.

Zwar kann auch gezielt nach einzelnen Songs gesucht werden, iTunes Radio stellt aber immer eine ganze Playlist entsprechend der Suchanfrage zusammen. Innerhalb einer Liste können Songs übersprungen werden, allerdings nur sechs mal pro Stunde. Und: Selbstverständlich kann jeder Song auch bequem im iTunes Store gekauft werden.

Zumindest Musikfans in den USA dürften einen ähnlichen Dienst schon seit Jahren kennen: Das Internetradio Pandora bietet seit mehr als 13 Jahren einen identischen Service an, mit aktuell weit mehr als 50 Millionen Nutzern.

Eine wirkliche Weiterentwicklung dieser Idee ist bei iTunes Radio bisher nicht zu erkennen. Dennoch sind es Apples ungeheure Marktmacht (derzeit gibt es laut eigenen Angaben rund 575 Millionen registrierte Nutzer) und letztendlich doch alle drei großen Major-Labels (erst wenige Tage vor der WWDC sagte auch Sony seine Unterstützung zu) und deren Musikkataloge, die iTunes Radio zum Erfolg machen werden.



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