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Lou Reed und Metallica veröffentlichen ihr Album „Lulu“

Gepriesen wird es als das „Ultimative Rock-Gipfel-Treffen“. Man kann sich kaum dagegen wehren, dass einem schon bei dieser „Projekt-Headline“ Assoziationen in den Kopf schießen, die man eigentlich gar nicht haben will. Beispielsweise ein Bikertreffen unter den Top-Rockerclubs, die sich mit ganz viel Dampf auf ihren Harley-Davidson entgegenfahren, sich einen Insider-Gruß entgegenwerfen und dafür Applaus von ihren Lack-und-Leder-Fans ernten.

Hinter dem Bild eines Gipfeltreffens verbirgt sich aber ein gemeinsames Projekt von Lou Reed und Metallica. Da hätte man auf der einen Seite den einstigen Frontmann von The Velvet Underground: Lou Reed. Mittlerweile ein Herr hohen Alters, für das man ihn sicherlich nicht aus dem Musikgeschäft kicken möchte. Wo er uns doch zusammen mit Nico wie auch allein am Mikro Einblicke in eine Welt ermöglicht hat, die Drogen-Vermeidern zwar nie in der Realität eröffnet wurde, aber dennoch mit dem Heroin-Schmeichler-Song greifbar gemacht wurde. Das war die Velvet Underground’sche Magical Mystery Tour in 7:13 Minuten.

Aber das war noch früher als damals. 1972 veröffentlichte er sein erstes selbstbetiteltes Soloalbum und von da an hieß es für ihn wohl nur noch: in Würde altern, aber mit ganz viel Velvet Underground-Erfahrungsgut im Gepäck, dass man immer wieder auspacken kann, wenn einem jemand wegen dem Solomaterial krumm kommen sollte.

Auf der anderen Seite wären da die Thrash-Metaller, die auch diejenigen kennen, denen dieses Genre eigentlich nur auf dem Papier ein Begriff ist. Kein Mensch, der mit Funk und Fernsehen schon mal in Kontakt geraten ist, ist von ihrem ganz eigenen musikalischen Höhepunkt 1991 verschont geblieben: „Nothing Else Matters“. Und es bleibt die Vermutung, dass auch nachkommende Generationen in den Genuss kommen müssen.

Und jetzt sollen diese beiden „High Class–Rocker“ von früher die Massen von heute mit einem gemeinsamen Album begeistern. So werden die Emotionen der Zielgruppe (40 aufwärts) jedenfalls gehandelt. Es trägt den Namen: „LULU“. Es hört sich an, als hätten sie ihrem ersten Kind einen Namen gegeben. In Wirklichkeit ist es aber der Name eines Theaterstücks von Theaterregisseur Robert Wilson, für dessen Stück Lou Reed die Musik geschrieben hat.

Das Gipfeltreffen hatte seinen Ursprung bei den Konzertveranstaltungen zum 25. Jubiläum der Rock & Roll Hall Of Fame in New York im Oktober 2009.  Metallicas Sänger/Gitarrist James Hetfield, Schlagzeuger Lars Ulrich, Gitarrist Kirk Hammett und Bassist Rob Trujillo teilten sich die Bühne mit Lou Reed und präsentierten gemeinsam Klassiker von The Velvet Underground wie „Sweet Jane“ und „White Light/White Heat“.

Zunächst sollten unveröffentlichte Lou Reed-„Juwelen“ für dieses Album herhalten, aber dann hatte Lou Reed einen Geistesblitz, der nun auf Platte gepresst wurde und am 28. Oktober den Hörern offenbart wird: Er verwendet die Songs, die er für das Theaterstück „LULU“ geschrieben hat, für das Album und lässt sie von Metallica einmal so richtig durch die Metal-Mangel nehmen.

Noch gibt es nichts im Internet zu hören von diesem Hochglanz-Projekt der fünf alten Hasen, die es 2011 „richtig krachen“ lassen. Aber es gibt ein Video vom 25. Jubiläum der Rock & Roll Hall Of Fame – Konzerte, das einen ersten Eindruck vermitteln könnte. Zu dem Zeitpunkt sind sie quasi noch gemeinsam einsam. Aber schließlich haben sie da ja auch ihre gemeinsamen Wurzeln geschlagen.

Ob es sich bei „LULU“ wirklich um das „Ultimative Rock-Gipfel-Treffen“ handelt oder ob sie damit den Zenit der Geschmacklosigkeit erreichen, bleibt offen. Es bleibt nur noch eins zu sagen: Hört! Hört!


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