Mit „Oldboy“ und „True Detective“: Die 10 schönsten Long-Take-Szenen der Filmgeschichte

Vor einem Jahr erschien Sebastian Schippers „Victoria“, ein 140-minütiger One Shot, der ohne Schnitt auskommt. Doch auch Long Takes, also mehrminütige, ungeschnittene Szenen, sind für die Filmschaffenden anstrengend und aufwendig. Zumal in solchen Szenen oft viele Figuren involviert sind. Auch Zuschauer erleben Plansequenzen dann als besonders intensives filmisches Erzählen.

Weil Long Takes so eine herausragende narrative Kraft haben, werden sie meistens an gewählter Stelle platziert. Man findet sie oft am Filmanfang, wodurch man besonders elegant die Figuren vorstellen und in die Handlung einführen kann. Oder wenn es darum geht, von der emotionalen Welt der Hauptfiguren zu erzählen, beziehungsweise dem Zuschauer mit deren Perspektive auszustatten, auch dann entscheiden sich Regisseure oft für den Long Take. Und manchmal sind diese einfach nur verdammt schön. Wir haben zehn der besten Plansequenzen für Euch herausgesucht.

„Im Zeichen des Bösen“ (Orson Welles)

Eine der ersten und berühmtesten Plansequenzen war die Eröffnungsszene in Orson Welles Film Noir „Im Zeichen des Bösen“ von 1958.

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„The Player“ (Robert Altman)

Robert Altman nimmt in seiner 8-minütigen Eröffnungssequenz auf Welles Opener Bezug. Hier schafft es der Regisseur, alle relevanten Figuren einzuführen und deren Handlungsstränge anzudeuten.

„Weekend“ (Jean-Luc Godard)

Diese berühmte Sequenz ist eine der absurdesten und zugleich künstlerisch versiertesten. Godard hält hier die Handlung an, gibt ein Abbild der westlichen Gesellschaft der 60er Jahre wieder und verweist zugleich auf sein eigenes, regelbrechendes Werk. Genial.

„Hard Boiled“ (John Woo)

John Woo hat die Regeln des Action-Kinos definiert wie kein anderer. Exemplarisch steht dafür die Shootout-Szene in „Hard Boiled“. Hier hat er den Long Take, der bis dahin hauptsächlich im künstlerischen Autorenkino verwendet wurde, auf das Action-Genre übertragen.

„Oldboy“ (Chan-wook Park)

Diese Szene sieht nicht so aufwendig aus wie andere Plansequenzen, dafür aber schafft sie einen intensiven Moment voller Energie, Wut und Gewalt, der in einer einzigartigen Ästhetik inszeniert wurde. Die zweidimensionale Kadrierung fördert zudem die Intensität des Gezeigten.

„True Detective“ (Cary Joji Fukanaga)

Mit der ersten Staffel von „True Detective“ hat Cary Fukanaga Fernsehgeschichte geschrieben. Mit dazu beigetragen hat auch diese Plansequenz, die in diesem Video bei Minute 1:56 beginnt.

„In ihren Augen“ (Juan José Campanella)

Auch hier dient ein Long Take als Opener. Außerdem gesellt sich ein WTF-Gefühl dazu, denn man fragt sich: Wie haben die das gemacht? Am 9. Juni 2016 kam von diesem Film übrigens ein US-Remake namens „Vor ihren Augen“ in die deutschen Kinos.

„Gravity“ (Alfonso Cuarón)

Noch kein Regisseur hat uns das Gefühl der Schwerelosigkeit und des Verlorenseins näher gebracht als Cuarón mit seiner scheinbar freischwebenden Kamera in „Gravity“. Diese Eröffnungsszene setzt den Grundbaustein für den Rhythmus des gesamten Films.

„Children of Men“ (Alfonso Cuarón)

Auch in dieser Szene erweckt Cuarón den Eindruck, als schwebe die Kamera im Raum. Der Trick: Es gibt auf dem Auto ein Aufbau, aus dem die Kamera in das Auto hineinragt und per Joystick bewegt wird.

„Abbitte“ (Joe Wright)

In ihrer ästhetischen Opulenz und ihrem Aufwand ist diese Szene wohl eine der schönsten der Filmgeschichte. Mit einem Licht und einer Farbgestaltung, die an die Gemälde alter Meister erinnern, wird hier die Absurdität und Totalität des Krieges poetisch wiedergegeben.

 

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