Neu im Kino: Jon Snow im Feuersturm von „Pompeii“ und Oscar-Kandidat „Philomena“


Film der Woche: „Pompeii“

Pompeii. Synonym für eine der größten Katastrophen der Antike, Sinnbild für die größten Schätze der Archäologie, Zwangsstopp unzähliger Klassenfahrten. Seit heute gesellt sich ein neuer Titel hinzu, denn nach 105 Minuten des Spezialeffekt- und Gefühlsfeuerwerks „Pompeii“ gesellt sich nun auch die Assoziation mit psychischen Schmerzen hinzu.

Wobei hier Feuerwerk nicht als Tugend verstanden werden soll: In „Pompeii“ steht – wie der Name den auch nur einigermaßen Geschichtskundigen nur unschwer erahnen lässt – die Vernichtung der römischen Stadt durch die zerstörerische Kraft des Vesuv im Mittelpunkt. Vor dem Hintergrund dieses magmaspuckenden, geröllspeienden und lavaerbrechenden Ungetüms nimmt sich Paul W.S. Andersons („Resident Evil 1 bis 213“) Katastrophenfilm eher wie ein nasser Knallfrosch aus.

Denn was aus den ersten Trailern des Films nur zu erahnen war, zeigt sich im Kinosaal dann in voller Pracht: „Pompeii“ ist jene Art von am Reißbrett geplanten Blockbuster-Versuchen, die so viel Seele besitzen wie Gevatter Tod nach einem Kartenspiel mit dem Brandner Kasper – nada, zero, zilch. Dabei wirkt es beinahe so, als habe man die nicht immer ernst gemeinten Gerüchte zu „Titanic 2“ mit den Mutmaßungen zu einem „Gladiator“-Prequel in eine Drehbuchmaschine geworfen, die anschließend die Handlung zu „ Pompeii“ lieferte: In der antiken Metropole kreuzen sich die Wege von Sklave Milo („Game Of Thrones“-Beau Kit Harrington), der bezaubernden Kaufmannstochter Cassia (Emily Browning) und dem ziemlich bösen Senator Corvus (Kiefer Sutherland) am Vorabend der Katastrophe.

Corvus tötete einst Milos Familie und ist generell mit allen Untugenden machtbesessener Tyrannen beseelt, Milos sinnt auf Rache und hat sich in Cassia verguckt, die wiederum Milos Klasse findet, aber im Heiratsvisier von Corvus gelandet ist. Gleichzeitig grummelt der Vulkan vor sich hin, lässt sich mit seinem Ausbruch zum Leidwesen des Publikums jedoch bis zum letzten Filmdrittel Zeit; ein früheres Eintreffen der Katastrophe würde zumindest knapp eine Stunde flächlicher Dialoge vermeiden helfen.

So kommt es aber wie es kommen muss: Milos kämpft mit Sklavenkumpel Atticus (Adewale Akinnuoye-Agbaje) in der Gladiatorenarena, wirft sich mit Cassia schmachtende Blicke zu und zieht den Zorn von Corvus auf sich. Originalität ist dabei keine der großen Stärken des mit Klischees und Pseudohistorie angereicherten Möchtegern-Epos, dessen größte Tugend zweifelsohne der zugegebenermaßen spektakulär in Szene gesetzte Ausbruch des Vesuv ist, der ansonsten aber gerne unter einigen Metern Asche vergraben werden könnte.

Außerdem neu in den Kinos und mit einem Ein-Satz-Schnellcheck aufgeführt:

LIKE SOMEONE IN LOVE

Bekannte Namen: Mit größtem Wiedererkennungswert für Arthaus-Liebhaber – Regisseur Abbas Kiarostami

Mit viel Mut zur Auslassung erzählt, folgt Kiarostasmis Drama der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem großväterlichen alten Herren und einem jungen Callgirl – mit ironischem Witz, viel Gefühl und beschwingter Leichtfüßigkeit entsponnen, ein toller Film.

Gehen wir rein, weil…. Filme wie dieser es in Deutschland sowieso schon schwer genug haben.

PHILOMENA

Bekannte Namen: je nach britishness Steve Coogan, ansonsten Dame Judi Dench

Viel Tragik, ebenso viel Komik und zwei tolle Darbietungen seiner Hauptdarsteller entlockt Regisseur Stephen Frears dem wahren Stoff um eine resolute Irin, die sich  zusammen mit einem Journalisten auf die Suche nach ihrem einst zur Zwangsadoption freigegeben Sohn macht.

Gehen wir rein, weil… der Stoff in Frears Händen zum oft vergnüglichen Buddy Road Movie wird, anstatt zur Melodramatikbombe stilisiert zu werden.

DIE ABENTEUER VON MR. PEABODY & SHERMAN

Bekannte Namen: Hmmmm. Regisseur Rob Minkoff machte einst „ König der Löwen“?

Geplünderte Kindheitserinnerungen? Nicht hierzulande, denn die Vorlage des Cartoon-Remakes ist in den USA tief verankert im kindlichen TV-Konsum, bei uns aber eher unbekannt: Hundegenie Mr .Peabody reist mit Adoptivsohn Sherman durch die Zeit und erlebt aufregende Abenteuer. Funktioniert dank schnittigen Dialogen und wenig Effekthascherei erstaunlich gut.

Gehen wir rein, weil… wir Kinder/Neffen/Nichten/kleine Cousins und Cousinen haben. Oder besser: als Vorwand nehmen, um in diesen Film zu gehen.

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