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Festival-Entdeckungen

Popfest in Wien: „Glitzer und Grind“ – Diese 5 Acts aus Österreich muss man sich merken

Wer die vergangenen Tage am Karlsplatz in Wien verbrachte, dachte nur selten an Ibiza und Red-Bull-Propaganda, an Baby-Hitler und Rechtsruck, an Reißwolf-Affären und hetzerischen Krone-Boulevard. Das Popfest zeigte eher, was für eine kreative, queere, bunte, diverse Insel Wien im sonst gerne mal kotzkonservativen Österreich ist. „Schuld“ daran hatte vor allem das von Songwriterin Mira Lu Kovacs (Schmieds Puls) und Rapperin, Slampoetin und Autorin Yasmin Hafedh kuratierte Programm für umme, das dem sehr bunt gemischten Publikum mehr als einmal auf sehr unterhaltsame Weise vor den Kopf stieß. Das hatten die beiden schon in ihrem ersten Statement angekündigt, in dem es unter anderem hieß: „Wir wollen Glitzer und Grind, Glattheit auf Schmirgelpapier.“ Und: „Pop fordert, nimmt ein, ist dreist. Pop will keine Norm, und wir wollen das auch nicht.“ Tja, da kann man nur sagen: „Mission accomplished!“ Wie diese fünf Acts beweisen:

Kerosin95

Kathrin Kolleritsch wird in diesem Feature noch an anderer Stelle auftauchen – und man könnte die Sängerin, Schlagzeugerin, Rapperin vielleicht schon kennen von vorherigen Projekten wie Kaiko oder James Choice and the bad decisions. Mit Kerosin95 traut sie sich nun auf Deutsch zu rappen und zu singen. Ihre Show mit Band im Wien Museum hat nur den zu leisen Sound als Makel, ansonsten hörte und sah man smarten, smoothen, mal witzigen, mal aggressiven, aber immer hintersinnig intelligenten HipHop. „Was kann dein Blingbling, wenn die Texte glitzern? Es geht auch auf die neue reale, weirde Art“, heißt es in „Außen Hart und Innen Flauschig“ ganz selbstverständlich und passend. Was diese Session beweisen dürfte:

Mascha

Irgendwie passend, dass die Bühne, auf der Mascha am Freitagnachmittag spielt, unter dem etwas phallisch anmutenden linken Turm der Karlskirche steht. „Hach, toxische Männlichkeit und maskuline Unsicherheiten – tolles, unerschöpfliches Thema!“, sagt Mascha zum Beispiel einmal und spielt darauf eine zwar auf böse Weise lustige, aber eben auch gnadenlos sezierende Nummer namens „Wir haben Angst vor Sigi Maurer“ – die einen nach Altrock-Fan aussehenden Typen neben mir das Weite suchen lässt. Die Wienerin mit ukrainischen Wurzeln kennt man vielleicht schon von ihrem unbarmherzigen Häusliche-Gewalt-Schlager „Liebe siegt“, hier zeigt sie, dass sie sich wirklich an alle denkbaren Genres herantraut und sogar ukrainische Volksmusik mit Reggae zusammendenken kann. Musikalisch mag das oft bewusst trashig sein – ihre Texte sitzen allerdings immer. Eine ihrer besten Nummern, die wieder einer übersteigerten Männlichkeit in die schrumpeligen Eier tritt, ist diese hier:



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