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Radiohead: In Rainbows – jetzt besprochen

musikexpress.de-User Klaus:

Ein alles in allem sehr homogenes Album. Im Fussball würde man sagen: Radiohead hat kompakt gestanden. Es gibt auf der Platte keinen wirklichen Aussetzer, keinen Reinfall. Die „Perlen“ sind meiner Meinung nach Bodysnatchers, Nude und Jigsaw Falling Into Place. Stylemässig meint man, Radiohead hat mal ein paar Jazz-Platten gehört. Auch kann ich irgendwie U2 wie zu Zeiten der Unforgettable Fire heraushören. Freunden von Sigur Ros dürfte diese Platte auch gefallen.

musikexpress.de-User avoid.eye.contact:

Kooperation

alles in allem ein von vorn bis hinten sehr stimmiges album. viel minimalistischer, ruhiger und positiver als ich es erwartet hätte. weniger elektronische spielereien, dafür gänsehauterzeugende orchester-arrangements.

musikexpress.de-User Ograf:

Zugänglich wie einst „The Bends“ – gelungen.

musikexpress.de-User Gauqler:

Dieses Album macht genauso Spaß wie seine Vorgänger. Es ist ein Radiohead-Album und ich habe nichts anderes erwartet als eine von Anfang bis Ende eingängige und dennoch facettenreiche Platte, die auch nach dem hundertsechsundachzigsten Durchlauf nicht langweilig wird.Aber mal ganz nebenbei: Dieses Album war auch schon vor seinem Erscheinen ein Klassiker, schon alleine aufgrund des in meinen Augen gelungenen PR-Gags wird hat es sich einen Platz in der Rock-Historie verdient.

musikexpress.de-User peisinjho:

alles in allem wieder das erhoffte meisterwerk einer band, die irgendwie nichts falsch machen kann.gänsehaut pur, (wieder einmal) udwiederstehliche sounds und ein geflecht an melodien und arrangements, die einen die nächsten monate beschäftigen werden.

musikexpress.de-User conorocko:

ich bin sehr überrascht von dem album. ich finde aber es klingt ganz anders als ihre vorgänger. was mich allgemein an radiohead fasziniert (auch hier wieder), dass man nach 100 fachen hören immer noch neue töne/klänge entdecken kann. der überraschungseffekt tut sein übriges. so soll musik und das drumherum sein, nämlich etwas aussergewöhnlich schönes.

musikexpress.de-User blog07:

Nach vier Jahren Funkstille, einem Soloalbum und gelegentlichen Hör- und Sehschnipseln im Internet hätten Radiohead auch nur berühmten drei Akkorde einspielen können – sie wären von den ausgehungerten Fans wie eine Offenbarung empfangen worden. Das neue Album kommt atmosphärisch dem Klassiker O.K. Computer gefährlich nahe – ob es auch dessen Intensität erreicht, zeigt sich erst, wenn man sich mit Inrainbows für ein paar Tage in Klausur begeben hat.

musikexpress.de-User Ingo Gremmer-Bosse:

Faszinierend..überraschend…. mit welcher Raffinese es diese außergewöhnliche Band wieder einmal unter Beweis stellt, interessante und hypnotisierende Platten zu erschaffen, auf bis dato noch nie gehörten Pfaden.. Der Mix, Spagat und Freigeist vereinigt in dem unnachahmlichen Stil, verbunden mit dem Mut, der Plattenindustrie auf eigenen Schienen aufzuzeigen, welche künstlerischen Freiräume für die Zukunft möglich sein könnten…. Beängstigend zu erkennen, welches Potential noch in Radiohead steckt…

musikexpress.de-user Chris:

Ich hab mir es gerade angehört obwohl ich lange dagegen war. Aber leider hat die Neugier gesiegt. Da man sich meiner Meinung nach lange mit einem Radiohead Album beschäftigen muss geht es hier weniger um Musik. Mein erster Eindruck ist, dass das Album in sich schlüssig ist und viele Nuancen des Schaffens der Band zeigt.

musikexpress.de-User George Kochkessel:

Gitarren raus! Und tanzen!Wie schon beim Vorgänger „Hail To The Thief“ befindet sich die Band viel näher am melodischen Album „The Bends“ als an elektronischen Spielereien à la „Kid A“.Die Lieder sind durchweg melancholisch, ja düster, stellenweise wieder genial („Weird Fishes/Arpeggi“) und man wünscht sich, ein Song wie „All I Need“ möge niemals enden.Das beste Fazit liefern Radiohead selbst mit den letzten Songzeilen dieses großartigen Albums: No matter what happens nowYou shouldn’t be afraidBecause I know today has been the most perfect day I’ve ever seen. Danke. Mission gelungen, Hörer in Ehrfurcht erstarrt.

musikexpress.de-User Simon:

Nach vier Jahren Pause nun also In Rainbows. Der Name ist Programm, wie ich finde. Ein Regenbogen entsteht bekanntlich, wenn sich der Himmel nach einem Regenschauer aufklart und die Sonne die Landschaft beleuchtet. Und die Musik auf dem neuen Album spiegelt für mich diese Stimmung wieder.Die doch oft düsteren Momente früherer Alben von Radiohead sind zwar noch vorhanden, aber längst nicht mehr so allgegenwärtig. Vielmehr bricht durch den Regen und die Dunkelheit eindeutig Licht. Radiohead spielen im Vergleich zu früher entspannter und befreiter auf, ohne dabei an Tiefe und Komplexität zu verlieren. Ob das daran liegt, dass sie diesmal keine Plattenfirma im Nacken hatten?Radiohead haben es einmal wieder geschafft, ein Album aufzunehmen, dass überrascht, mitreißt und bei jedem Hören neue Dinge offenbart. Zu einem schlechten Album sind sie scheinbar nicht in der Lage. Und sowas ist ja auch eher selten. Genauso wie ein Regenbogen…

musikexpress.de-Userin A. Florindo aus Bremen:

Wenn sich alle Jahre wieder die Dämmerung früh über den warmen Oktoberabend senkt, die letzten Sonnenstrahlen in Nebelfeldern über englischen Wiesen versinken und die Melancholie der zyklischen Herbstdepression den Musikliebhaber ergreift, wird es Zeit für den passenden Soundtrack. Den liefern in dieser Saison Radiohead mit „In Rainbows“.Thom Yorke und seine Mannen haben zwar dazu das Rad nicht neu erfunden. Als so revolutionär wie das Vermarktungskonzept, welches neben einem durchschlagenden finanziellen Erfolg für die Protagonisten, auch bereits einen neuen Terminus hervor- gebracht hat („to pull a radiohead“ = Befreiungsschlag eines Musikers, der sich nicht länger in den unliebsamen Strukturen der Plattenindustrie knechten lassen will; Übergang in den allgemeinen Sprachgebrauch bei der auch im neuesten ME dokumentierten Entwicklung der Plattenindustrie tendenziell zukünftig so häufig wie googlen) entpuppt sich „In Rainbows“ bei weitem nicht.Der Opener „15 Step“ beginnt als Zusammenspiel von Dingen, die landläufig nicht zusammen zu gehören scheinen(knirschender Industrial-Synthie, tackernde Drum(-Machine), gemixt mit einer jammernden Falsettklage nebst Minimalistengitarre), verquickt dies jedoch zu einem hypnotischen Ganzen, dem man sich schwerlich entziehen kann. Der Hörer ist interessiert. „Bodysnatchers“ überzeugt weiter mit feschem 60Žs Beat, U2-esken Gitarrensounds und einem krachigen Outro. „Nude“ fällt dann als erster Track des Albums ab, die esotherischen Sphärenklänge dümpeln spiritlos vor sich hin, während Thom Yorke sich als männliche Björk geriert. Es bleibt beim netten Versuch. „Weird Fishes/Arpeggi“ hebt dann glorios voll hinein in die beschriebene angenehm melancholische Stimmung, ohne im mindesten aufdringlich oder düster zu wirken. „All I need“ erhebt sich würdevoll als warmer, ruhiger Mittelpunkt der Platte; lyrisch fügt es sich leider nahtlos in die gute alte Teenangst-Tradition von „Creep“ („You only stick with me, because there are no others“ – also bitte, wie alt sind Sie denn, meine Herren!!!). „Faust Arp“ säuselt mit nur-schönen Streicharrangements konzeptlos in den Abendhimmel, „Reckoner“ gewinnt melodiös und technisch wieder deutlich an Qualität, „House of Cards“ klingt leider wie ein Aufguss von mindestens drei der Songs davor. „Jigsaw Falling Into Place“ weckt den Hörer nochmals mit plötzlich einsetzendem Drumset und feinsinnig verspulten Sounds, bis ihn „Videotape“ (un-)sanft mittels akustischem Piano endgültig in den Schlaf entlässt. Als Fazit bleibt Festzuhalten, dass „In Rainbows“ als Download aus einem Grund ein Must-Have für jeden Musikliebhaber ist:Weil es als das erste Album eines ehemaligen Major-Acts in die Rockgeschichte eingehen wird, welches mittels Direktvertrieb vom Künstler an den Fan gebracht wurde. Viele weitere Künstler, demnächst u.a. Nine Inch Nails, werden diesem Weg folgen. Es ist der nächste logische Schritt auf dem Weg des Wandels, den die Musikindustrie zur Zeit erfährt. Dies macht „In Rainbows“ zu einem relevanteren Album, als es ohne diesen Hintergrund geworden wäre. Es bietet teilweise interessante und exzellente Ideen, aber es ist kein Gefahrensucher und wirklich innovativ wird es musikalisch zu keinem Zeitpunkt. Es ist unverkennbar Radiohead, nicht mehr und nicht weniger. Was aber natürlich immer noch mehr ist, als viele andere von sich behaupten können.

musikexpress.de-User Jurg:

Also ich bin enttäuscht. Wenn die Band nicht Radiohead wäre, würde das Album irgendwo in den Indiecharts weit unten vergammeln und nicht so hochgejubelt. Leise, ruhig, langweilig. Die Kompositionen enttäuschen – nichts mehr von catchy hooks à la „Creep“ oder verträumten Wendungen wie in „Nice Dreams“. Also mit „The Bends“, dem m.E. Meisterwerk der Band, kann man dieses leblose Geschrammel nun wirklich nicht vergleichen, sorry!

musikexpress.de-User KlapTrap:

Ich habe immer noch keine Ahnung,was ich von „In Rainbows“ wirklich halten soll: Es ist schön,es ist leidenschaftlich pathetisch, es ist unumstößlich RADIOHEAD… und wirkt im Schatten seiner überlebensgroßen Vorgänger stellenweise tatsächlich belanglos.Die neuen Ufer sind scheinbar fad geworden und so wirkt das neue Werk stellenweise fast wie eine Versöhnung an die Fans, die man ab KID A nicht mehr mitnehmen konnte oder wollte.Umso größer gestaltet sich das Fragezeichen jetzt auf diejenigen, die gerade die uferlose Kreativität seit KID A zu schätzen wussten, und die eingestreuten experementierfreudigen Stellen zerreissen so tatsächlich nur Gesamteindruck der ganzen Platte, anstatt ihn zu erweitern: Ein „Hail to the Thief“ unter umgedrehten Vorzeichen, quasi.

musikexpress.de-User joern III:

das neue radiohead-album ist ausgesprochen gut. bei radiohead fällt es mir schwer ihre musik in worte zu fassen, da man es nicht kann. diese band befindet sich seid „the bends“, spätestns mit „kid a“ in scheinbar ganz anderen welten, fern von nur gitarren, bass und schlagzeug im vierteltakt, schnell noch ein text dazu und raus damit. diese band nimmt eine ausserordentliche stellung in der musikwelt ein. da können einem die worte in ihrer musik nur abhanden kommen. letzteres ist von dieser band wohl auch so beabsichtigt. sofern sie ihre musik nicht nur zu fühlen scheinen.ich sage immer: gute musik ist diejenige, bei der bilder im kopf entstehen. radiohead malt unglaubliche gemälde zeitloser schönheit und tiefe.Was haltet ihr von Radioheads neuem Album IN RAINBOWS?

Schickt eure Eindrücke, Meinungen und Besprechungen an onlineredaktion@musikexpress.de onlineredaktion@musikexpress.de

wop – 17.10.2007


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