Rammstein zur Tourabsage 2020 wegen Corona: „Wir arbeiten an einer Lösung“

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Dass die geplanten Rammstein-Konzerte in Deutschland aufgrund des bundesweiten Verbotes von Großveranstaltungen bis zum 31. August 2020 wohl nicht stattfinden können, gilt als sicher. Nun haben sich Rammstein mit einem weiteren Statement per Facebook an ihre Fans gewandt, in dem sie diverse Absagen indirekt bestätigen, aber gleichzeitig versichern, weiterhin an Lösungen für die geplante Europatournee zu arbeiten: „Mittlerweile haben einige internationale Regierungen das Verbot für Großveranstaltungen verlängert. Davon betroffen sind leider auch einige Termine der Rammstein-Tournee 2020“, schreibt die Band. „Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Partnern in allen Ländern an einer Lösung für diese schwierige Situation und hoffen auf das Verständnis all derjenigen, die Tickets für die kommenden Shows erworben haben.“

https://www.facebook.com/Rammstein/posts/10157916558892713

Zudem verspricht die Band in dem Text, alle finalen Informationen umgehend zu kommunizieren, sobald sie vorliegen. Am Ende des Posts heißt es: „Bis dahin bitten wir um Verständnis und Geduld sowie darum von Anfragen an die Veranstalter und das Band-Management oder die Ticketsysteme abzusehen – eine Information erfolgt schnellstmöglich.“

Rammstein ist nicht die einzige Band, die unter dem neuen Regierungsbeschluss leidet: Auch Festivalveranstalter FKP Scorpio hat bereits reagiert und Hurricane, Southside und weitere Festivals, die in besagten Zeitraum fallen, offiziell abgesagt. Auch „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ finden nicht statt.

Offiziell beziehungsweise ganz konkret wurden die Konzerte von Rammstein noch nicht abgesagt, fallen aber in die Definition von Großveranstaltungen. RollingStone.de etwa erklärte, dass die konkreten Größen im Rahmen der Corona-Pandemie noch festgelegt würden. Die verschiedenen Bundesländer hätten zuvor schon Orientierungsrahmen festgesetzt. So schreibt etwa das Ministerium für Inneres und Kommunales NRW, dass ein Event den Charakter einer Großveranstaltung trage, wenn mindestens 100.000 Besucher erwartet werden, mehr als 5.000 Besucher gleichzeitig auf dem Gelände sind oder ein besonders erhöhtes Gefährdungspotenzial vorläge.

Eine einheitliche Definition von „Großveranstaltung“ aber, das wird betont, liege nicht vor. Falls das geplante Ereignis eine Großveranstaltung ist, würden besondere Anforderungen an den Veranstalter gestellt werden. So seien bereits in der Planung mehr Partner einzubinden – und die Behörden verlangen, dass für einzelne relevante Abläufe Konzepte erstellt werden.

Die Wissenschaftsakademie Leopoldina teilte uns über die mittelfristige Zukunft von Großveranstaltungen Folgendes mit:

„In Abhängigkeit von der möglichen räumlichen Distanz und den Kontaktintensitäten der Beteiligten sollten gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Veranstaltungen nach und nach wieder ermöglicht werden.“

In welchem Tempo die schrittweise Normalisierung des öffentlichen Lebens erfolgen kann, hängt den Experten zufolge von folgenden Voraussetzungen ab:

„a) die Neuinfektionen stabilisieren sich auf niedrigem Niveau, b) es werden notwendige klinische Reservekapazitäten aufgebaut und die Versorgung der anderen Patienten wieder regulär aufgenommen, c) die bekannten Schutzmaßnahmen (Hygienemaßnahmen, Mund-Nasen-Schutz, Distanzregeln, zunehmende Identifikation von Infizierten) werden diszipliniert eingehalten.“

An anderer Stelle empfehlen die Leopoldina-Experten für das Abfedern (negativer) psychologischer und sozialer Auswirkungen:

„Die Vermittlung eines realistischen Zeitplans und eines klaren Maßnahmenpakets zur schrittweisen Normalisierung erhöhen die Kontrollier- und Planbarkeit für alle.“


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