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Red Hot Chili Peppers: von A bis Z. Das Interview

von

A

Flea: Assholes!

Wie bitte?
Flea: Kanadier!
Chad Smith: Er macht nur Spaß.
Josh Klinghoffer: Anthony Kiedis!
Anthony Kiedis: Deshalb liebe ich diesen Kerl!
Klinghoffer: Es gibt auch diesen Song auf dem neuen Album, „ Any Wants A Baby“.

Herr Kiedis, Sie singen in dem Stück von „Cosma Shiva“ – eine Referenz an Cosma Shiva Hagen, die Tochter Ihrer Ex-Freundin Nina Hagen?
Kiedis: Eigentlich hat der Song nichts mit ihr zu tun. Für mich steht „Cosma Shiva“ für einen Ruf an das Universum, den Hilferuf an den Himmel. Erst später fiel mir auf, dass Nina ihre wunderbare Tochter so genannt hat. Immerhin aus denselben Gründen. Das Wort, das mir noch zu A einfällt, lautet Anthropormophic. Leider weiß ich nicht, was es bedeutet. Josh, kannst du mir aushelfen?
Klinghoffer: Keine Ahnung.

Es bedeutet „vermenschlichend“, „menschen­förmig“.
Kiedis: Oh, ich werde weich auf meine alten Tage.

Apropos Alter – Sie und die anderen sind viel älter als Josh. Spielt Alter eine Rolle bei den Chili Peppers – oder wurde Alter durch Attitüde ersetzt?
Kiedis: Absolut. Mir ist total egal, ob Josh 31, 51 oder 71 ist. Wichtig ist: Wir wollen dasselbe. Zumal Josh für sein Alter viel mehr erlebt und erreicht hat als die meisten Menschen seines Alters.

In Ihrer Autobiografie „Scar Tissue“ überkommt einen manchmal das Gefühl, dass Alter sehr wohl eine Rolle spielt, zumindest früher, als Joshs Vorgänger John Frusciante mit 18 ein Chili Pepper wurde.
Kiedis: Wie meinen Sie das?

Irgendwie liest es sich so, als wäre John unter anderem deswegen zu den Drogen gekommen, weil er glaubte, Ihren Erfahrungen nacheifern zu müssen, um von Ihnen anerkannt zu werden.
Kiedis: Das mag durchaus stimmen. Wir nannten John damals gerne „Greenie“, und haben nicht kapiert, was für einen Effekt dies haben würde. Aber man darf nicht vergessen, wie jung, unsensibel und durchgeknallt wir selber in dieser Zeit waren. Das war 1988 und wir dachten, er könne damit umgehen. Wir ahnten nicht, dass unsere Späße ihn belasten könnten.

B

Flea: Belzebub – dem Satan huldigen, darum geht es doch im Rock’n ’Roll!
Klinghoffer: Bear.
Kiedis: Ich dachte an Beats.
Klinghoffer: Bear ist der Spitzname von Anthonys Sohn.
Kiedis: Der kleine Junge, der da draußen rumrennt … und so aussieht wie sein Vater.
Kiedis: Tut er wirklich!
Flea: Berlin! Ich mochte Berlin lieber, als die Stadt geteilt war. Die Energie in Westberlin war einzigartig. Das Eingekesselte, Abgeriegelte, man fühlte sich wie auf einer Insel.
Einer Insel aus Beton …
Flea: Ja, aber gerade das Hässliche hat Berlin für Künstler so spannend gemacht. Deshalb sind Nick Cave, Iggy und Bowie dort so gerne gestrandet. Heute wirkt die Stadt schon fast ausgewogen. Bitte nicht falsch verstehen: Die Stadt ist natürlich heute großartig. Aber diese Isolation Westberlins schuf eine einzigartige Stimmung.

Oder B wie Balance – innerhalb der Chili Peppers. Man hat das Gefühl, wenn man das neue Album hört, dass die Chili Peppers ihren Frieden gemacht haben.Kiedis: Klar, wir haben überlebt.

Selbst die Stadion-Rock-Phase.
Kiedis: Auch die. Ich bin mir sicher, dass wir die wilde Zeit brauchten, musikalisch wie persönlich. Sonst säßen wir nicht hier. Nicht mehr. Und, das ist das Wichtigste: Die wilden Jahre, all der Exzess und Irrsinn, haben uns nicht umgebracht. Nicht einmal mich.

 

C

Kiedis: C wie Crazy Band aus L.A., eine Combo, die ich ständig lobe, obwohl sie eigentlich nicht einmal ihre Instrumente beherrschen und es vor allem geil finden, eine Band zu sein.

Ein bisschen wie die Chili Peppers zu Anfang.
Kiedis: Das stimmt nur zum Teil: Eigentlich war ich der Einzige, der nichts konnte. Die anderen waren, irgendwie jedenfalls, Musiker.

Oder C wie „Californication“.
Klinghoffer: Das wäre mein C gewesen.

Ist die Dominanz kalifornischer Kultur gut oder schlecht einzuschätzen?
Flea: Für uns gut, für die Welt eher schlecht. Ein besseres C: Clitoris!

(Alle lachen)

Flea: Ja, Gott muss wirklich gut drauf gewesen sein, als er sich die Clitoris ausgedacht hat: Eine echte Sternstunde seiner Schöpfung!
Kiedis: Zurück zur Frage – Californication steht für das Gute wie das Schlechte, das dieser Landstrich zu bieten hat. Und genau deswegen mag ich ihn so sehr: wegen des Hellen, aber auch wegen der Schattenseite.

In „Californication“ singen Sie: „Cobain, can you hear the spheres“, eine Reverenz an Kurt Cobain und das Leben nach dem Tod. Glauben Sie daran?
Kiedis: Ich glaube nicht daran. Zeilen wie diese schwirren nicht ohne Grund durch meinen Kopf.

D

Klinghoffer: Dirk Nowitzki!
Kiedis: Genau, Nowitzki. Es freut mich sehr, dass Dirk endlich das erreichen konnte, wofür er so lange hart gearbeitet hat. Ein echter Champ!
Klinghoffer: Wissen die Menschen in Deutschland es eigentlich zu schätzen, welch unfassbare Leistung er gebracht hat?

Sie ahnen es. Deutschland ist trotz Nowitzki ein Entwicklungsland in Sachen Basketball, nach wie vor regiert König Fußball.
Kiedis: Das ist schon auch cool, aber irgendwie langweiliger als Basketball.
Klinghoffer: Basketball ist ein sehr amerikanischer Sport: schnell und unfassbar wettbewerbsorientiert, ein Spektakel, die perfekte Inszenierung. Und die Basketballer werden auch wegen ihrer Lebensgeschichte verehrt – aus welchen Lebenslagen sie sich freispielen konnten – die moderne Variante des amerikanischen Märchens eben.
Kiedis: Ich muss noch nachlegen: D wie Dildo, D wie Dogtown. Dieses Gespräch findet schließlich am Strand von Santa Monica statt, Geburtsort und Herrschaftsraum der Z-Boys, der skatenden Könige von Dogtown, zweifelsohne einer der wichtigsten subkulturellen Beiträge dieser Stadt …

… und wieso Dildo?
Kiedis: Zweifelsohne eine der wichtigsten und meist unterschätzten sexuellen Errungenschaften der Menschheit.

Und was ist mit dem Dalai Lama?
Kiedis: Von Dildos zum Dalai Lama, das gefällt mir!

Es heißt, er habe sie bei Ihrem Treffen darum gebeten, das nächste Mal ans Telefon zu gehen, wenn Adam Yauch von den Beastie Boys anruft und beim nächsten Free-Tibet-Festival brav auf die Bühne zu gehen.
Kiedis: Ich fragte ihn, ob ich noch irgendetwas tun könnte, um seine Sache zu unterstützen. Da meinte er: „Es wäre schön, wenn wir das nächs­te Mal, wenn Adam Yauch anfragt, nicht einfach absagen würden.“ (lacht) Eine solch weltliche Ansage hätte ich vom Dalai Lama nicht erwartet.

E

Flea: Der Film „Elephant“ von Gus van Sant.
Smith: Na, toll. Das wollte ich sagen. Unverschämter Kerl!
Smith: Haben Sie nicht ein anständiges Stichwort für uns?
Gerne: Early Life. Was würde der 16-jährige Flea wohl über den Herrn Balzary sagen, zu dem er heute geworden ist.
Flea: Er wäre begeistert. (lacht) Nein, er wäre ziemlich stolz darauf, dass er auch nach all den Jahren immer noch hart daran arbeitet, ein besserer Mensch zu werden.
Smith: Als ob der 16-jährige Flea wirklich daran gearbeitet hat.
Flea: Er wusste halt nicht, wie es geht. Aber der Wille war da!

Herr Klinghoffer, was würde der 16-jährige Josh über den Mann sagen, der heute als 31-jähriger Mann bei den Chili Peppers Gitarre spielt?
Klinghoffer: Der 16-jährige Josh könnte es nicht fassen. Er hatte gerade das erste Chili-Peppers-Konzert gesehen, 1995, und war schwer beeindruckt.
Kiedis: Haben wir ein okayes Konzert gespielt?
Klinghoffer: Total okay!
Kiedis: Gott sei Dank!

Herr Kiedis, wie steht es um Ihren innerlichen 16-Jährigen?
Kiedis: Ich fühle mich heute dem 16-jährigen Anthony näher als jemals zuvor. 16 war das letzte Alter, als ich das Gefühl hatte, alles im Griff zu haben. Zumindest für meine Verhältnisse.

Dabei hatten Sie schon lange bevor Sie 16 waren das erste Mal Kokain gespritzt und Sex mit der Freundin des Vaters gehabt.
Kiedis: Das meinte ich mit „für meine Verhältnisse“. Nein, ernsthaft: Ich arbeitete damals, hatte eine Freundin, war nicht ständig völlig weggedröhnt und fühlte mich frei, kreativ, optimistisch. Danach ging es im Schleudergang bergab. Wenn Sie mich nach dem 26-jährigen Anthony fragen würden, könnte ich keine Antwort geben.

F

Kiedis: Das gute alte Wort „Fuck“.

Und ich dachte, Sie sagen: Fatherhood.
Kiedis: Fuck. Daran habe ich nicht einmal gedacht!

Sie und Ihr Vater hatten ein ziemlich offenes Verhältnis. Werden Sie es bei Ihrem Sohn ähnlich halten?
Kiedis: Ich werde sicher nicht alles anders machen. Abgesehen von dem ganzen schlagzeilenträchtigen Scheiß hat er nämlich ziemlich viel auch ziemlich richtig gemacht. Er hatte immer Zeit für mich, mich in Kunst, Literatur, Film und Musik eingeführt …

Und Sie mit ins „Rainbow“ genommen.
Kiedis: Nein, da würde ich meinen Sohn definitiv nicht mit hinnehmen.

Wenn man Ihrer Autobiografie glauben darf, hatten Sie dort eine großartige Zeit …
Kiedis: Das stimmt. Ich sag’s mal so: Das „Rainbow“ ist einfach nicht mehr der Laden, der er früher mal war. (lacht)
Flea: Oder F wie „Faust“. Eigentlich ist „Faust“ mir egal, eigentlich wollte ich Bach bei B sagen.
Smith: Gib doch nicht so an!
Flea: Halt! Während meiner Auszeit von diesen Idioten habe ich Kurse an der Uni besucht. Und seither bin ich besessen von Johann Sebastian Bach. Er hat für mich neue Sphären eröffnet. Zudem war er nicht nur ein musikalisches Genie, nein, er war auch ein Freund der Clitoris. So gesehen ist Bach nun mal das Beste, was die Menschheit hervorgebracht hat.

G

Flea/Kiedis: George Clinton!
Flea: Ich liebe George! Ich war so nervös, und er war so nett zu uns, obwohl ich bloß dieses neurotische, durchgeknallte, kopflose Punkrock-Funk-Kid war …

Wie kam es dazu, dass er Ihr zweites Album produzierte (Freaky Styley, 1985)? Sie waren eine Horde Halbstarker …
Kiedis: Vielleicht war es genau das, was ihn interessierte: Diese vier schrägen Vögel, die keine Ahnung von nichts hatten und dachten, ihnen gehöre die Welt. Außerdem trugen wir den Funk im Herzen.

Stimmt es eigentlich, dass Flea und die anderen Sie nach den Aufnahmen für einen Monat aus der Band warfen?
Kiedis: Sechs Wochen! Es waren sechs Wochen.

Wie steht es um G wie German Girls: Nina Hagen, Heidi Klum – deutsche Frauen scheinen eine besondere Anziehungskraft auf Sie auszuüben.
Kiedis: Keine Ahnung, anscheinend fühle ich mich angezogen von deutschen Frauen, das kann ich nicht leugnen.
Flea: Wenn wir schon herausragende deutsche Errungenschaften loben, sollten wir neben den Frauen, „Faust“ und Bach auch die Band Neu! erwähnen.

H

Kiedis: „Helium Bar“, ein großartiger Song der Weirdos, Police Helicopter, Hell Yeah! und natürlich Hillel Slovak …

… oder auch Heroin und Habits …
Flea: I love Habits! The good and the bad ones! Natürlich könnte ich jetzt davon reden, wie schlimm der Teufelskreis der Abhängigkeit ist und so. Aber man muss sich auch mal vergeben können. Auch dafür, ein Junkie gewesen zu sein. Nur so wird man wirklich frei.
Kiedis: Habit? Nennt man so nicht das Gewand einer Ordensschwester?
Flea: Stimmt! Zu H passt aber auch dieser Deutsche mit dem kleinen Schnäuzer …

Der war Österreicher.
Flea: Ich meine Hermann Hesse, nicht Hitler!
Smith: Ho! Ho! Ho!

I

Klinghoffer: I’m With You.
Kiedis: Unser neues Album!

Warum heißt das Album so?
Klinghoffer: Der Name war plötzlich da.
Kiedis: Du darfst schon erzählen, dass es dein Vorschlag war.
Klinghoffer: Okay, ich habe ihn gefunden. Er kam zu mir.
Kiedis: Genau im richtigen Moment: Wir suchten schon Wochen.
Klinghoffer: Der Anfangsbuchstabe der beiden letzten Gitarristen der Red Hot Chili Peppers, ein schöner Zufall.

Sie sind mit John Frusciante gut befreundet.
Klinghoffer: Ja, wir sind seit Jahren beste Freunde. Er nahm mich schon früher mit auf Tour mit den Chili Peppers. Zudem habe ich ihm bei seinen Solo-Projekten geholfen.

Hat er Sie auch als seinen Nachfolger vor­geschlagen?
Klinghoffer: Nein, ganz so war es nicht. John teilte den anderen mit, dass er aufhören wolle, er hatte das Gefühl, am Ende seiner Kreativität mit der Band zu sein. Flea, Anthony und Chad überlegten, ob sie weitermachen wollen und entschieden sich dann, den anderen Typen mit dem J im Namen zu fragen, ob er ein Chili Pepper werden will.

Was sagt Ihr innerer Fan dazu, dass Sie ein vollwertiger Chili Pepper sind? Klinghoffer: Er kann es nicht glauben, aber gewöhnt sich langsam daran.

Wie alt waren Sie, als Sie den ersten Chili-Peppers-Song hörten?
Klinghoffer: Sieben oder acht. Das Stück hieß „Behind The Sun“. Richtig eingestiegen bin ich bei Blood Sugar Sex Magik. Das hat mich umgehauen.

Haben Sie es auf der Gitarre nachgespielt?
Klinghoffer: Klar! Und ich weiß noch, dass ich das gesamte Album in einer Nacht raushatte. (lacht)

Und daraufhin entschieden Sie, die Schule hinzuschmeißen?
Klinghoffer: Nicht wegen Blood Sugar Sex Magik! Und auch nicht nur wegen des Traums, Gitarrist zu werden. Ich hatte einfach die Schnauze voll.

Ihre Eltern waren sicher nicht gerade begeistert.
Klinghoffer: Nein, aber sie hatten auch keine Wahl. Heute sind meine Eltern so stolz, wie Eltern es nur sein können.

Ihr Vorgänger war ebenfalls jünger als die Bandkollegen und hatte, zumindest kann man es so aus Kiedis Autobiografie herauslesen, immer das Gefühl, er müsse auch alles ausprobieren, was Anthony und Flea erlebt hatten. Die Frauen, vor allem aber die Drogen …
Klinghoffer: John war 18, als er bei den Chili Peppers anfing. Ich bin über 30 und habe nicht das Gefühl, bisher irgendetwas verpasst zu haben. Keine Sorge: Ich habe meine Drogen-Erfahrungen gemacht – und Spaß gehabt. Es geht immer darum, die Dinge im rechten Maß zu genießen. Das gilt für Drogen, aber auch für Yoga, Surfen, Kinder … Man sollte alles aus dem richtigen Grund tun. Und nicht übertreiben.
Flea: Merken Sie es? Josh ist unser Babysitter.

K

Flea: Kiedis!
Kiedis: Please!

L

Flea: Los Angeles.
Smith: Nein. Bitte nicht.
Flea: Warum nicht? Wir verdanken dieser Stadt ziemlich viel.
Klinghoffer: Dabei bin ich der Einzige, der wirklich aus Los Angeles stammt.
Flea: Ja, aber wir haben schnell aufgeholt! Anthony und ich kommen nicht gerade aus behüteten Elternhäusern. Sein Vater war ziemlich wild, bei mir zu Hause flogen die Fäuste. Wir hingen bis morgens um vier auf der Straße herum und hatten nichts außer dumme Ideen im Kopf und unsere Freundschaft im Herzen.

Sie sprangen von Hochhäusern in Pools.
Smith: Was für eine bescheuerte Idee.
Flea: Das war groß! Dumm war nur, dass Anthony einmal über den Pool hinaus segelte und sich den Rücken brach.
Kiedis: Scheiße, das war krass. Kurz nach dem Absprung merkte ich: Zu weit!
Flea: Hattest du Angst, zu sterben?
Kiedis: Nein, ich ahnte nur, dass ich für eine ziemlich lange Zeit ziemlich heftige Schmerzen haben würde.

M

Memento Mori. Wann haben Sie das erste Mal gemerkt, dass auch Sie sterblich sind?
Kiedis: Das wusste ich immer. Ich dachte bloß, das hat ja noch ein wenig Zeit. Noch macht mir all das hier zu viel Spaß. Vielleicht habe ich deshalb den ganzen Wahnsinn überlebt.

N

Klinghoffer: Nationalhymne!

Die amerikanische spielten Sie gemeinsam mit Flea kürzlich bei einem Basketball-Spiel.
Klinghoffer: Ja, wir, eine 808-Drum-Machine und Tausende Zuschauer. Es fühlte sich gut an. Die Akkorde sind der Hit, die Stimmung des Stückes ist großartig.

O

Flea: Oh my God.
Smith: Oh no!

P

Kiedis: Pool. Ich kann nur noch an den verdammten Pool denken. Sie haben mich wieder daran erinnert!

Q

Flea: Qi! Yoga! Die Erleuchtung.
Smith: Queue, die Schlange. Ich stelle mich einfach hinter Flea an und folge ihm durch die himmlische Pforte. So einfach kann’s sein!

Wie steht es um Q wie Quitting?
Flea: Ich kann Ihnen nicht einmal sagen, wie oft ich darüber nachgedacht habe, einmal die Quittung für alles zu bekommen. Aber nicht heute. Es hat sich selten so gut angefühlt, Teil der Red Hot Chili Peppers zu sein!

R

Flea: Der große Rick Rubin!

Die ersten Aufnahmen, die Rick Rubin mit Ihnen machte (für Blood Sugar Sex Magik, 1991), spielten Sie in Houdinis Villa ein.
Flea: Und Chad hielt es dort nicht aus. Er glaubte wirklich, das Haus sei verhext. Was für eine Pussy!
Smith: Ich gebe zu, dass ich jeden Abend abgehauen bin. Ich fand das Haus irgendwie Furcht einflößend. Außerdem hatte ich gerade meine erste Frau getroffen und wollte Zeit mit ihr verbringen.
Flea: Das hättest du dir sparen können!

S

Flea: … S …
Smith: … stands …
Flea: … for …
Smith: … Slayer!
Flea: Yeah, Slayer! Das erinnert mich wieder an den einen Gig, den ich als Promoter eines Tages umsetzen will: Slayer und Sigur Rós, auf zwei Bühnen, nebeneinander. Slayer spielt die wunderschön langsamen Sachen von Sigur Rós und die spielen dafür Slayer. Großartig!

T

Flea: My friend Titti!
Smith: Die Titten deines Freundes?
Flea: Nein, ich rede nicht über Brüste, sondern über meinen Freund Titti, einen meiner ältesten Freunde. Er wohnt in einem Trailer, direkt am Strand. Sein Essen fischt er aus dem Meer, er betrinkt sich bis nachts um drei, dann springt er ins Wasser und fängt einen Hummer. Titti ist ein freier Mann. Ich kenne niemand, der so selbstbestimmt lebt. Wirklich beneidenswert.

U

Smith: U-Turn.
Flea: Ulysses.
Smith: Uretha Franklin.
Flea: Uncle Fester!
Smith: Ach ja, die Addams Family.
Flea: Ich hab viel von Uncle Fester gelernt. Er war der letzte Erwachsene, dem ich vertraut habe.
Smith: Geht mir ähnlich.
Flea: Im Ernst, Fernsehen hat mir gezeigt, dass es noch etwas anderes als die kaputte Realität zu Hause gibt. Meine Eltern waren ständig drüber, aggressiv und unzurechnungsfähig. Deshalb waren die Werte in Fernsehserien wie „Kung Fu“, „Billy Jack“ oder „Addams Family“ für mich eine Orientierungshilfe. So traurig das auch klingen mag.
Smith: Du warst eben schon immer leicht zu beeindrucken.
Flea: Dabei hast du mir doch neulich erzählt, wie großartig du „ Flipper“ fandest.

V

Flea: Vulva.
Smith: Volvo!
Kiedis: Vanitas.
Smith: Viagra.
Klinghoffer: Viper!
Smith: Viper Room.
Flea: Einst ein großartiger Ort, mit dem ich heute jedoch nur noch eine große Tragödie verbinde.

W

Flea: Wagner oder Weiner.
Smith: Weiner?
Flea: Der Senator, der Bilder seines Schwanzes rumgetwittert hat.
Kiedis: Was ist mit Wisconsin?
Flea: Du meinst die Nacht, in der wir vor den Bullen weggerannt sind? Die wollten uns wegen irgendeinem Quatsch verhaften, Nacktheit in der Öffentlichkeit oder so. Jedenfalls führten uns diese zwei jungen Cops nach dem Konzert zum Streifenwagen …
Kiedis: … es war furchtbar kalt. Winter in Wisconsin, grauenhaft.
Flea: Anthony zwinkerte mir zu, und schon rannten wir in die Nacht. Wir hatten keine Jacken an, allenfalls T-Shirts, überall lag Schnee. Jedenfalls gaben die Bullen nach wenigen Metern auf und ließen uns rennen.
Smith: Hey, daran kann ich mich erinnern. Mitten im Wald kamen wir doch an das Haus dieses Kiffers, der uns reinließ, für uns kochte …
Flea: Du warst doch gar nicht dabei!
Smith: Und ob!
Kiedis: Ich weiß nicht …
Smith: Doch! Wir saßen da die ganze Nacht, haben Nintendo gespielt und sein Weed geraucht. Ich weiß noch genau, wie wir gerannt sind, meilenweit, obwohl die Bullen längst aufgegeben hatten. Green Bay, Wisconsin.

X

Flea: Die großartige Punk-Band X aus Los Angeles. Ich hab die ersten drei Alben millionenfach gehört.
Smith: My (e)X? Ein wirklich dummes Weib!
Flea: It always takes two to tango!

 Y

Flea: Mir fällt gerade noch ein Wort mit W ein: Das legendäre „ Whiskey“.
Kiedis: Come on!
Flea: Kannst du dich noch an den Abend erinnern, als dein Vater uns mitgenommen hat?
Kiedis: Du meinst den einzigen Abend, an dem er dich mitgenommen hat?
Flea: Genau, dieses eine Mal durfte ich mit. Anthony und ich teilten uns sechs Bier und ein paar Pillen, ich dachte: „Wow, ganz schön crazy.“ Ich merkte schon, dass ich gleich kotzen muss, wusste aber nicht, wohin. Panik stieg in mir auf, also presste ich meine Hände vor den Mund …
Kiedis: … und dann sprühte er die volle Ladung auf alle Freunde meines Vaters …
Flea: Und keine Minute später saß ich draußen vor der Türe, hochkant rausgeflogen. Anthonys Dad bekam noch Ärger, dass er zwei Minderjährige mitgebracht hat.
Smith: Eine traurige Geschichte!
Flea: Das erste Mal im „Roxy“ war auch ziemlich legendär: Es gab da so einen VIP-Club im eigentlichen Club und ich hatte gehört, dass Mick Jagger dort sei. Also klingelte ich an der Pforte, nuschelte: „It’s Ronnie, Ronnie Wood“, und schon ging die Türe auf. Die dachten, Ronnie Wood sei auf dem Weg nach oben. Und dann stehen da dieser Grünschnabel! Es dauerte keine 20 Sekunden, bis der Türsteher mich im Nacken packte. Immerhin lang genug, um Mick Jagger an einem der Tische zu erspähen!

Z

Klinghoffer: Zed is dead!
Flea: Yeah, Zed is dead, Baby.


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