Album der Woche

Baio Man Of The World


Caroline/Universal

2016 war kein einfaches Jahr für Chris Baio: Sein Lieblingsmusiker David Bowie starb, in seiner Wahlheimat Großbritannien wurde der Brexit beschlossen und in seiner eigentlichen Heimat, den USA, wurde Donald Trump gewählt. Baio münzt die Negativerfahrungen in Musik um – die dann überraschend positiv klingt.

Auf MAN OF THE WORLD bedient er sich bei Disco, Indie und Pop: das sommerlich tanzbare „Out Of Tune“ lässt den Paul Simon aus GRACELAND-Zeiten anklingen, während die Single „Philosophy!“ stark an Phoenix erinnert. Chris Baio inszeniert sich, wie schon auf dem sehr guten, aber leider übersehenen Vorgängeralbum THE NAMES, als moderner Dandy, der sich hier zum Kosmopoliten weiterentwickelt.

Im Titeltrack singt Baio: „I always share location, to let you know which nation I’m in“. Hier wird augenzwinkernd und selbstironisch das Globetrottertum im Social-Media-Zeitalter kommentiert. Mit MAN OF THE WORLD ist Baio ein kesses und ziemlich sexy Stück Weltmusik gelungen, das diese ungeliebte Schublade auch verdient hat. Unwiderstehlich vorgetragene Indie-Popperlen, denen sich niemand so einfach entziehen kann. Und die Welt ist sich bestimmt auch im Wunsch nach einer neuen Vampire-Weekend-Platte einig.


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