Boy George & Culture Club Life 


BMG Rights/Warner 

Es ist nicht so, dass ein Comebackalbum nach 19 Jahren zwangsläufig ohne Chance ist. Das letzte Comebackalbum des Culture Club, DON’T MIND IF I DO von 1999, ihrem damals ersten seit 13 Jahren, wartete immerhin mit der tollen, zweiten Single „Your Kisses Are Charity“ auf, die anders als ihr in den britischen Top 5 chartender Vorgänger „I Just Wanna Be Loved“ wie das zugehörige Album brachial floppte.

Auch LIFE wird das tun. Das liegt zum einen am Stimmverlust des egomanischen Sängers – wie sonst wäre der alberne Namenszusatz im Bandtitel zu verstehen? Zum anderen an einer Radiolandschaft, in der eine solche Veröffentlichung nicht gedeihen kann, weil sie zwischen den Stühlen sitzt. Zu abgehalftert für die Nachbarschaft der Clean Bandits, zu neu für die Oldiesender.

Und dabei gibt sich Anohni-Idol Boy George redlich Mühe, erst sich und dann seine Band in der Gegenwart zu verorten, bekrächzt die Smartphonesucht, namecheckt Michelle Obama. Dabei passen sich die Arrangements dem fortgeschrittenen Alter der Clubmitglieder an, die Grooves sind geschmeidig, der Reggae gemütlich und wenn die Stimme vollends versagt, hilft der Chor aus.

Trotz ihres hohlen Titels ist das keine Platte, für die sich der Club schämen muss, die ihm aber auch keine einzige Rechnung für das renovierte Clubhaus bezahlen wird. 

Hier kann man „Life” von Boy George & Culture Club bestellen.

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