Fatoni  Andorra 


Urban/Universal (VÖ: 7.6.)

„Es gibt so Tage an denen ich gern wäre wie Dieter Bohlen. Hätte ein Rezept und würd es immer wiederholen“, verlautbart Fatoni und benennt somit das, was ANDORRA glücklicherweise nicht geworden ist – nämlich ein „Yo, Picasso“ 2.

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Zweieinhalb Jahre nach seinem Kritikerliebling tut sich der Münchner Rapper erneut mit Hausproduzent Dexter zusammen, um über die Eigenheiten der Gesellschaft zu berichten, dieses Mal jedoch verstärkt mit Blick nach innen. Da geht es um Midlife-Crisis und nicht wissen, wovon die Miete bezahlt werden soll, aber auch bis halb zwölf ausschlafen und von dem Job leben, den man liebt. Perks of being Kulturprekariat.

Mit hastig-sperrigen Flows auf Neotrap und absurden Samplebeats schafft Fatoni den Soundtrack für angehende Theaterwissenschaftler und Künstlerseelen, immer kaschiert durch mehrere Ironielayer. Etwas schade: Manche Gesellschaftskritik verliert dadurch an Schärfe. Die durchironisierte Ballade an Internet-Algorithmen („Wie Du“) verkommt etwa zur bemüht lustigen Binsenweisheit.

Trotzdem hält ANDORRA mit pointiertem Wortwitz und gutem Storytelling dem Druck stand, den sich Fatoni mit dem Image als kluger Kopf des Deutschrap verschafft hat. Ach so: Der titelgebende Andorra-Effekt beschreibt übrigens menschliches Verhalten, das sich an Urteile und Erwartungen der Umwelt anpasst. Weißte Bescheid. 

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