G.Rag y los Hermanos Patchekos How Sweet The Sound


Gutfeeling/Broken Silence

Steile These: Weil Popdeutschland traditionell zu den Indie-Wichtigtuern nach Hamburg und Berlin schaut, haben Künstler südlich des Weißwurstäquators reichlich Narrenfreiheit. Das bewiesen früher die Merricks mit ihrem zitatverliebten Diskopop, und das beweisen heute eigensinnige Künstler(innen) wie Beißpony, Kofelgschroa oder die Anarcho-Humoristen vom Lunsentrio. Auch G.Rag y los Hermanos Patchekos sind so ein Fall: Seit 20 Jahren experimentiert sich das Münchner Kollektiv durch so ziemlich alle Musikstile zwischen Tango, Blues, Indie- und Mariachi-Rock, und wenn sie bei Alt-Americana landen, klingen sie schon mal wie die bayerischen Country Teasers.

Auf ihrer neuen Platte HOW SWEET THE SOUND probieren sie sich neben Country und Cumbia auch an Space-Jazz aus. Und wer sich selbst (und Jazz) nicht allzu ernst nimmt, kann sich zu G.Rags derangierter Lo-Fi-Version von „Rocket No9“ ganz wunderbar vorstellen, wie Sun Ras Arkestra den Großmeister in einem Geräteschuppen exorziert. Überhaupt rappeln und rumpeln hier alle Rhythmen, als führten die Instrumente ein Eigenleben. Oder werden da in „Lamento Lois“ Messer gewetzt statt Percussions bedient? Zum Schluss plärrt noch der Fernseher, während man den Blues anstimmt: Feierabend von München bis Cajun Country.

 


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