George Ezra Gold Rush Kid


Columbia International/Sony (VÖ: 10.6.)

von

Man möchte ihn knuffen und puffen für diesen unverschämten Ohrwurm, der unweigerlich die Szenerie vor Augen führt, wie George Ezra von der Bühne aus das Publikum agitiert. Und jetzt alle: „Green green grass / Blue blue sky / You‘d better throw a party / On the day that I die.“ Aber das muss man ihm lassen: Gassenhauer sind genau sein Ding, weiß man ja schon seit „Budapest“ und „Shotgun“.

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Auf seinem dritten Album präsentiert sich das GOLD RUSH KID Ezra (Das bin ich! Zitat G.E.) als selbstbewusster Singer-/Songwriter, der kein Problem damit hat, gleich am Anfang drei potenzielle Hits abzufeuern: „Anyone For You“, „Green Green Grass“, „Gold Rush Kid“ – warum auch nicht? Ezra und sein bewährter Co-Komponist Joel Pott schütteln solche Tracks scheinbar aus den Jeansjackenärmeln.

Zum Glück hat Ezra diese volltönende Bassstimme

Und manchmal hören sie bei anderen genau hin: So kann man sich bei den ersten Takten von „Dance All Over Me“ durchaus an „Nothing Breaks Like A Heart“ erinnert fühlen – und wird einräumen, dass die Discobeats und -streicher Ezras tendenziell holzschnittartiger Musik sehr gut bekommen, ebenso wie die Soul-Bläser aus „Green Green Grass“.

Davon hätte man gern mehr, denn Pott/Ezra schreiben auch Balladen, mit denen sie sich gefährlich tief in James Blunt’sche Regionen begeben und stark auf den emotionalisierten, hingebungsvollen Live- Klatschmodus (Schritt – Klatsch – Schritt – Klatsch) verlassen. Aber zum Glück hat Ezra diese volltönende Bassstimme, die über einige Kitschmomente hinweghilft.


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