Hippo Campus Landmark


Transgressive Records/[PIAS] Coop/Rough Trade

Auf dem Cover von LANDMARK, dem Debüt des Indie-Pop-Quartetts Hippo Campus aus St. Paul, Minnesota, ist eine Art Stillleben in Form einer ebenso stilisiert-gemütlichen wie klinisch reinen Wohnzimmerlandschaft zu sehen. Draußen vor dem Fenster sanft geschwungene Hügel, Abendrot und ein Baum, der Früchte trägt. Drinnen ein Wohlfühl-Arrangement, bestehend aus einer Topfpflanze, einem verstellbarem Sessel, selbstverständlich einem Plattenspieler.

Im Zentrum ein Tischchen, darauf ein großer Tetra Pak Wein, ein angetrunkenes Glas, ein Smartphone. Auf dem Boden drapiert „Doc Martens“, eine aus der Hülle gezogene Platte, ein Notizbuch, eine Dose Farbe. Ein erster Strich an der Wand verweist auf anstehende Malerarbeiten. Die reinste, heile, harmonische Welt also – und eine recht ausführliche Beschreibung derer hier, nicht wahr? Doch sie hat Symbolwert. Denn hätten Hippo Campus nur nicht so viel Zeit mit Topfpflanzen und Tetra Paks verplempert, würde sich all das nicht auch auf ihrem Album widerspiegeln.

Ist LANDMARK doch nach den beiden primär indie-rockigen EPs der Band zu einem Album geraten, an dem noch das letzte Stäubchen Rock-Appeal mit der Produktionspinzette entfernt wurde. Nichts, was hier nicht am richtigen Platz melodisch glänzt und funkelt. Die Gitarren jingeln und jangeln, die Refrains strahlen, die Band hat sehr aufmerksam Vampire Weekend und die Kooks studiert, die Stimme von Frontmann Jake Luppen säuselt mal Auto-Tune-verfremdet, mal im süßen Falsett, und doch bleibt bei so viel Glätte, Harmonie und Perfektion jenseits der feinen, euphorisierenden Single „Boyish“ kaum etwas hängen. Schade.


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