Low Double Negative


Sub Pop/Cargo

Schon das Vorgängeralbum ONES AND SIXES lebte von einer minimalistisch-trotzigen Spannung, Low hatten noch einmal einen neuen Klang gefunden, ließen sich von BJ Burton produzieren, einem – so Low-Sänger Alan Sparhawk – „HipHop-Typen“, dessen Arbeit die Musik von Bon Iver und Francis & The Light so besonders macht. War auf ONES AND SIXES der Low-Kosmos noch intakt, bekam Burton für DOUBLE NEGATIVE den erweiterten Auftrag, diesen zu zerschießen. Die Band fuhr dafür nach Eau Claire in Wisconsin, ließ alles in Duluth, Minnesota zurück, was an vergangene Großtaten erinnerte.

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Das Album beginnt mit einer Lied-Trilogie, die Low in Gefilde der Elektro-Avantgarde führt: In „Quorum“ schält sich ein Alien aus dem Panzer, die Gesangsmelodie ist hinter der Technik versteckt, aber wenn die Harmonien von Sparhawk und Mimi Parker erkennbar werden, will der Alien vor Rührung kurz nach Hause telefonieren. Basis von „Dancing And Blood“ ist ein Industrial-Beat wie von einer Ben-Frost-Platte, Mimi Parker intoniert beinahe so lautmalerisch wie Liz Fraser von den Cocteau Twins, auch das französische Cold-Wave-Ensemble Collection d’Arnell-Andréa taugt als Vergleich. „Fly“ ist Soul-Noir, Mimi Parker singt, wie man sie bei Low noch nie singen gehört hat, es ist ihre Show.

Das bekannte Low-Gefühl stellt sich erst beim fünften Stück ein, „Always Up“ handelt entgegen des Titels von Frustrationen und anderem Elend, der Song tröpfelt träge, nach gut zwei Minuten singt Parker den Refrain kurz allein, dann greift Sparhawk ein – die Stimmung bleibt am Boden, aber aus dieser doppelten Negativität entwickelt sich eine besondere Schönheit: Man muss erst lernen, diese auszuhalten, die Belohnung ist dann umso größer.

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Scott Matthew über Low


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