Ought Sun Coming Down


Constellation/Cargo VÖ: 18. September 2015

MORE THAN ANY OTHER DAY hätte auch das von allen übersehene Album im Jahr 2014 sein können. War es aber nicht – das Debüt der Band aus Montreal fiel trotz der Absenz indierockhitverdächtiger Melodien und strukturell anspruchsvoller Songs am Ende der Spielzeit ins Spitzenfeld zahlreicher Bestenlisten, auch in nicht eben avantgardenahen Medien. Ein seltener Glücksfall, der auch der zunehmenden Wirkung des genial dosierten Energiesturms von Ought geschuldet war.

Den Schalter hat die Band während einer ausgedehnten Tournee gar nicht erst wieder von „Off“ auf „On“ stellen müssen; Ought nehmen die Kraft und die Unruhe und das nervöse Flackern im Einsatz um die eigene noch zu definierende Position mit auf diese Platte.

Wer will, hört in den Tracks die Geister von The Fall, Sonic Youth und Pavement, wie sie an den Amps spielen, es darf noch einmal ein Stück Rock’n’Roll zerstört werden. Wenn Tim Darcy und Kollegen im Titeltrack diese „Öhöhöööhöhööös“ in die zackigen Gitarrengebirge schicken, naht Befreiung. Erst kraxeln, sich krumm­legen, dann kurz auf dem Wipfel tanzen. Der nächste Angriff lauert um die Ecke.

Die Songs bilden ein wunderbar in der Waage gehaltenes Stück Post-Post-Musik, das sich all der Vorväter, der Haupt- und Seiten­wege im DIY-Betrieb erinnernd doch ein eigenes Tempo anschlägt. Eine kontrollierte, ganz starke Offensive.


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