The Mekons Deserted


Glitterbeat/Indigo (VÖ: 29.03.2019)

Was man neun von zehn Bands vorwerfen darf, ist ihre Berechenbarkeit: Da spielen Mädchen und Jungs, Frauen und Männer in einer Musikgruppe, organisieren sich jedoch, als erstellten sie gemeinsam eine Steuererklärung: Probetermin, Setlist, Soundcheck, Social-Media-Strategie, Promo, Review – ist das Leben da draußen nicht schon anstrengend genug?

The Mekons sind seit mehr als 40 Jahren das Gegenmodell, ein chaotischer Haufen, der sich, so Gott will, unregelmäßig an einem Ort versammelt, neue Songs aufnimmt und danach auf kurze, aber intensive Touren geht. Ihren ersten Song übten sie im Jahr 1977 ein, als die Streber von Gang Of Four kurz ihren Proberaum verließen und die Mekons ihre Instrumente okkupierten. Diese Chuzpe rächte sich, denn im Laufe der vier Jahrzehnte waren die Mekons eigentlich immer zur falschen Zeit am richtigen Ort – oder umgekehrt. Aber warum sich beklagen, die Band gibt es ja noch!

Das letzte Album führte sie auf die Insel Jura in Schottland, die Lieder handelten von Salz und Meer. Nun schickten sich die Mekons selbst in die Wüste: DESERTED ist eine Platte voller Sand und Hitze, Schweiß und Trockenheit. „Lawrence Of California“ ist ein Punkrockhit, Songs wie „Harar 1883“ von „Mirage“ werden von den Qualen der Hitze durchzogen, das ist beim Hören etwas anstrengend. Als Briten fühlen sich diese Leute in den kalten, aber sternenklaren Wüstennächten und bei Regen wohler, weshalb die Folksongs „How Many Stars?“, „Andromeda“ und „After The Rain“ die Höhepunkte sind. Wer mehr von den Mekons will: Beinahe unbemerkt veröffentliche die Originalbesetzung der Band im Frühjahr 2018 unter dem Namen Mekons 77 die grandios-chaotische Platte IT IS TWICE BLESSED.  

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