Tokio Hotel Dream Machine


Starwatch Entertainment/Sony

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Gestehen Sie, lieber Popfan: Sie lesen diese Rezension mit Vorfreude auf einen hämischen Verriss. Gemein, bemühen sich Tokio Hotel doch seit Jahren um Weiterentwicklung und waren noch nie im Dschungelcamp. Und das ist, völlig ironiefrei, durchaus ein Verdienst, wenn man mit 16 Jahren Erfolge mit so geringer Halbwertszeit verantwortet hat wie das Quartett aus Sachsen-Anhalt. Nun also: DREAM MACHINE.

Menschmaschinen mit Gefühl, Indie-Electro im Traumnebel, das geht immer, und im Eröffnungssong „Something New“ zunächst sogar recht gut. Wattige Synthies, viel Hall und Klangweite – aber dann bricht der Rummel los. Bum bum Autotune ist im Pop zwar wieder salonfähig, aber zieht man permanent den Europop-Knüppel drüber, riecht’s eben schnell nach Wodka-Energy.

Und das ist schade, denn wie gut Sänger Bill Kaulitz als Dream-Popper taugen würde, der ein bisserl androgyne Subversion in den deutschen Musikmainstream trägt, lässt sich auf dieser überproduzierten Platte nur erahnen. Sicher, lieber Popfan, Sie haben das geahnt. Aber sparen wir uns die Häme und würdigen den Versuch.

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