Der Geschenkeguide für Musikliebhaber*innen

Musikexpress Empfiehlt


Kooperation – Noch kein Geschenk für Eure Liebsten? Kein Problem! Wir helfen Euch bei der Entscheidung, das perfekte Präsent für die Musiknerds in der Familie oder im Freundeskreis zu finden. Hier werdet Ihr im Vorlauf zu den Weihnachtstagen immer wieder neue Empfehlungen und Produkte zum Verschenken finden. Die könnt Ihr Euch natürlich auch selber wünschen oder schenken!

Der Geschenkeguide für Musikliebhaber*innen

  • Minor III


    Mit Marshalls Minor III noch länger Musik hören. Auch praktisch: Wird ein Ohrhörer vom Träger herausgenommen, pausiert die Musik automatisch – beim wieder Einstecken ins Ohr geht es nahtlos mit den Lieblingssongs weiter.

  • Motif A.N.C.


    Mit Marshalls Motif A.N.C. lassen sich Umgebungsgeräusche ausblenden, sodass man ganz ungestört in die eigenen Lieblings-Tracks eintauchen kann. Das Level an aktiver Geräuschunterdrückung und Transparenz kann ganz individuell bestimmt werden.


Toni Erdmann Regie: Maren Ade


Deutschland 2016, Start: 14. Juli 2016

von

Okay, das funktioniert nie, dieses Ding, denkt man sich und will es eigentlich gar nicht sehen: deutscher Film, Komödie, 162 Minuten Laufzeit, entfremdeter Vater und Tochter. Und da hat man noch gar nicht die bizarren Szenenfotos erwähnt, die veröffentlicht wurden und auf denen Peter Simonischek eine groteske Perücke und ein
falsches Gebiss trägt, das er Loriots Vic Dorn geklaut zu haben scheint.

Und dann wischt Maren Ade gleich in der ersten Szene ihrer dritten Regiearbeit alle Bedenken und Vorbehalte und Vorurteile beiseite. Nach zwei Stunden, die sich nie wie zwei Stunden anfühlen oder zumindest wie zwei Stunden, die nicht vergnüglicher und überraschender hätten sein können, sitzt man im Kino und fleht inständig: Bitte! Versemmel es jetzt nicht auf den letzten Metern, wie Filme das nun mal zu tun pflegen, Beispiele gibt es genug.

TONI ERDMANN | Trailer deutsch german [HD] auf YouTube ansehen

Und da beginnt das kleine Wunder: „Toni Erdmann“ wird immer besser. In direkter Abfolge kommen jetzt drei Szenen, von denen jede einzelne für sich schon meisterhaft wäre, aber es ist unfassbar, wie gut sie zusammenspielen und dabei alle angerissenen Themen zusammenführen, wie man Tränen lachen muss und doch angerührt und intellektuell beflügelt ist. Das ist Film für die Ewigkeit, der einem nicht nur den Glauben an das deutsche, sondern ans Kino im Ganzen zurückgibt.

„Toni Erdmann“ ist stets eine Gratwanderung, ein Vabanque-Spiel, bei dem die Regisseurin und ihre beiden famosen Hauptdarsteller Sandra Hüller und Peter Simonischek immer volles Risiko gehen. Und gerade weil die Chancen immer besser stehen, dass der Film irgendwann doch die falsche Abzweigung nimmt, ist es umso überwältigender, dass er doch immer ein Türchen findet, mit dem man selbst nicht gerechnet hat.

Was Maren Ades Blick auf Menschen und unsere Gegenwart so bestechend macht, ist ja nicht die Geschichte eines peinlichen 68er-Papas, der seiner in Bukarest als Geschäftsfrau erfolgreichen Tochter erst wieder näher kommen kann, als er sich in der rumänischen Society als „Toni Erdmann“ breit macht. Es ist vielmehr die Haltung, mit der Ade diese Geschichte erzählt, wie sie jenseits ihrer Figuren ein Universum andeutet. Ein Film, der uns Kinogänger glücklich macht.


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