Toy Toy


Heavenly/Coop/Universal 21.9.

von

Drei der hier versammelten Musiker haben einen ordentlichen Fehlstart hingelegt. Sänger/Gitarrist Tom Dougall, der Bruder von Ex-Pipette Rose Elinor Dougall, Gitarrist Dom O’Dair und Bassist Maxim Barron spielten vorher in der Britpop-Band Joe Lean & The Jing Jang Jong, um die in trendigen Ecken Londons reichlich Wirbel veranstaltet wurde. Gebracht hat es nichts. Kurz bevor das fertige und bereits an die Medien verschickte Debütalbum erscheinen sollte, wurde es eingestampft. Wer will, kann sich die Songs im Internet anhören, aber es ist sicher keine Erfahrung, die das Leben nachhaltig beeinflusst.

Von der Nachfolgeband hat man fraglos mehr, nicht zuletzt deshalb, weil die Herren für ihre Eingebungen die Tageszeit gewechselt haben. Mit Joe Lean waren sie tagsüber gut angezogen auf Mädchen aus. Als Toy kreieren sie düsteren Nachtrock, mit dem man sich vom Rest der Menschheit in seiner Kellerhöhle verschanzen kann. Die Einflüsse sind eindeutig: Los geht’s bei den unbeherrschten Momenten von The Velvet Underground, dazu kommen die Ausfransungen psychedelischer Bands, die motorischen Grooves von Neu!, der Lärmfanatismus von My Bloody Valentine und die Updates all dessen bei The Horrors.

Allerdings scheuen sich Toy, aus diesen vorzeigbaren Referenzen ein komplett verrücktes übersteigertes Ding zu machen. Sie spielen ein wenig mit angezogener Handbremse. Nur zum Schluss in „Kopte“ drehen sie mal richtig durch, dazu stößt man in zwei, drei Fällen auf beachtliche Popsongs. Gut genug für eine Veröffentlichung ist es dieses Mal aber, daran besteht kein Zweifel.

Key Tracks: „The Reasons Why“, „My Heart Skips A Beat“, „Kopte“


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