Sexuelle Belästigung: Die Weinstein Company feuert Filmmogul Harvey Weinstein

Filmproduzent und Oscar-Gewinner Harvey Weinstein ist wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung vom Vorstand seiner eigenen Firma gefeuert worden. Es habe neue Informationen zu den Anschuldigungen gegen Weinstein gegeben, erklärte der Vorstand der Produktionsfirma in einer Stellungnahme. Seitdem die „New York Times“ vor einigen Tagen eine langjährige Recherche abschloss, in der zahlreiche Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Weinstein gebündelt wurden, befindet sich der Filmmogul im freien Fall.

Harvey Weinstein gründete 1979 mit seinem Bruder Bob den Verleih Miramax, den die Brüder 1993 für 60 Millionen US-Dollar an Disney verkauften. Als Produzent blieb Weinstein bei Miramax dennoch tätig, 2005 gründeten die Weinsteins dann „The Weinstein Company“, die bis heute erfolgreiche Firma. Weinstein war für zahlreiche große Hollywood-Karrieren verantwortlich, er förderte Quentin Tarantino, gewann einen Oscar für „Shakespeare in Love“, war als Produzent für „Sin City“, „Good Will Hunting“ und „The King’s Speech“ verantwortlich. The Weinstein Company konnte ihren Gründer aber nun nicht mehr halten und schmiss ihn raus.

100.000 Dollar Schweigegeld für „Charmed“-Darstellerin

Das Logo der Weinstein Company

Bereits vor einigen Tagen hat Weinstein via Anwalt gebeten, von der Arbeit als Vorstand des Unternehmens freigestellt zu werden, unangemessenes Verhalten gegenüber weiblichen Angestellten gab er ebenfalls zu. Doch das Ausmaß der Vorwürfe kam erst in der vergangenen Woche ans Licht. Im Enthüllungsartikel der „New York Times“ kamen diverse Schauspielerinnen und Weinstein-Angestellte zu Wort, die von Übergriffen des mächtigen Produzenten berichteten.

Demnach wurde Schauspielerin Ashley Judd 1997 in Weinsteins Hotelzimmer gerufen, wo dieser nur mit einem Bademantel bekleidet auf sie wartete. Weinstein forderte sie auf, ihm beim Duschen zuzuschauen. „Charmed“-Darstellerin Rose McGowan wirft Weinstein vor, sie 1997 sexuell belästigt zu haben. Die Schauspielerin habe anschließend 100.000 Dollar erhalten, damit sie nicht rechtlich gegen den Produzenten vorgeht. 2016 twitterte McGowan, dass sie von einem einflussreichen Hollywood-Funktionär vergewaltigt worden sei, den konkreten Namen nannte sie damals allerdings nicht.

Weinsteins Anwältin, die in der Vergangenheit auch Opfer von sexueller Gewalt vertrat, hat vor einigen Tagen ihr Mandat für den Produzenten niedergelegt, die Anschuldigungen erdrücken Weinstein aktuell. Konkrete Dementi äußert der 65-Jährige bisher nicht, den Artikel der „New York Times“ kritisierte er allerdings scharf.

Eine weiteres, verstörendes Puzzleteil im Fall Weinstein kam am Freitag via „Huffington Post“ zutage: Die TV-Reporterin Laren Sivan berichtete dort von einem Zwischenfall aus dem Jahr 2007. Weinstein habe sie in einem Restaurant (dessen Miteigentümer er war) in die Küche gebeten. Nachdem er das Personal der Küche verwiesen habe, versuchte er die Reporterin zu küssen. Sivan verneinte, dann habe Weinstein sie aufgefordert, einfach nur stehen zu bleiben. Laut Sivan masturbierte der Produzent dann vor ihren Augen und ejakulierte in eine Topfpflanze.

Immer mehr Frauen melden sich mittlerweile zu Wort und berichten von Belästigungen seitens Weinstein. Mal soll er nach Massagen von Angestellten gefragt haben, mal große Karrieren für sexuelle Gefälligkeiten versprochen haben. Mehrfach berichten Frauen nun von Anwälten und Geldsummen, die Schweigen garantieren sollten, was jahrzehntelang auch funktioniert habe – und vielleicht das erschreckendste am Fall Harvey Weinstein ist.

 


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