The Kooks In Der Arena, Berlin


Für eine Handvoll braune Limo: Die Londonergeben die Newcomer-Paten.

Wenn (Pop-)Kulturgut mit der Werbeindustrie eine Symbiose eingeht, darf man besorgt sein. Die Prophezeiung von EMI-Boss Guy Hands, schon bald könnten Plattencover Werbeträgerfür Konzerne sein, ist immerhin noch nicht Realität. In der Konzertbranche aber ist das so genannte „Branding“ längst angekommen. Der Musikindustrie gehe es schlecht, junge Bands müssen sich für Erfolg mehr denn je den Arsch abspielen. Da nimmt man Werbegelder mehr oder weniger zähneknirschend in Kauf- bei der Coca Cola Soundwave Discovery-Tour wohl eher weniger. Hier kann man als Nachwuchsband vor zum Beispiel The Kooks spielen und dabei einen Platz im Line-up bei Rock am Ring gewinnen. Und die Hütte ist voll, freier Eintritt, die Leute kommen früh. Per Applaus wird abgestimmt, wer eine Runde weiter kommt in Richtung Rockstartraum. In Berlin sind das AndiOliPhilipp, JackRabbitSlimz und PhascsOf Life. Dann wird es dunkel. Plötzlich stehen die Kooks oben. Luke Pritchard fuchtelt mit den Armen. Das Publikum kreischt, richtig laut. Die Band hängt sich die Gitarren um und stürzt sich in eine rumpelige Version von „IfOnly“. Danach „Matchbox“, „Eddies Gun“ und „Ooh La“, alle vom ersten Album für heute Abend haben siegewonnnen. “ It s good to be in Berlin“, ruft Luke ins Rund. Er hat jetzt kurze Haare und sieht nicht mehr aus wie Jim Morrison. Trotzdem spielt seine Band heute mit Vorliebe lange Psychedelic-Rock-Intros, aus denen heraus sich dann strahlend hell die Hits erheben. Und davon, das weiß man ja, haben die Kooks so einige. Druckvoll und laut hauen sie die raus, das Publikum tanzt regelmäßig bis zur Cola-Theke an der Rückwand. Zwischendrin ein Song, den keiner kennt: gelassener 60s-Pop mit einer tollen Melodie, ca. The Kinks. Wenn das ein Vorbote auf ein neues Album sein sollte, steht uns Tolles bevor.

Benjamin Weber www.thekooks.co.uk