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Fotos und Bericht

The Libertines live in Berlin: Sing’s nochmal richtig, Pete!


Ihre bisher letzte Show in der Berliner Columbiahalle liegt drei Jahre zurück. Im Gegensatz zu damals spielen The Libertines heute aber nicht vor ausverkauftem Haus. Aber es gibt ja auch keinen echten Anlass: Ihr aktuelles Album ist vier Jahre alt. Neue Musik gibt es auch am heutigen Abend nicht zu hören, dafür ein schönes Best Of.

Nach drei Vorbands (Gabi Garbutt & The Illuminates, THE DSM IV und Purest)  – irgendwo müssen die 50 Euro pro Ticket ja hin – kündigt Pete Doherty persönlich einen Poetryslammer an. The Libertines selbst stehen um 21:30 Uhr auf der Bühne. John Hassall am Bass im feinen Jackett, Gary Powell am Schlagzeug trägt Hosenträger, Carl Barat hat wie immer seinen schwarzen Hut dabei. Und Doherty? Zerrissene Jeans und Trainingsjacke. Fällt aus der Reihe und lässt irgendwie erahnen, was sich im Nachhinein bestätigt haben wird: Heute wird es kein guter Abend für ihn.

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The Libertines spielen ein solides Set aus alten Klassikern und Songs der 2015 zur Reunion veröffentlichten dritten Platte ANTHEMS FOR DOOMED YOUTH. Nicht jeder hatte der Band und vor allem dem viele Jahre durch Drogenmissbrauch und andere Eskapaden Schlagzeilen schreibenden Pete Doherty ein Comeback zugetraut. Ihr vorheriger Columbiahallen-Auftritt aber funktionierte hervorragend; auch bei seiner Solo-Show im Mai in Berlin konnte man einen stimmlich wie geschmiert laufenden Pete erleben. Am Dienstagabend fällt das schwerer: Zwar sichtlich motiviert liefern er und die Band eine solide Show ab. Doherty aber trifft kaum die Töne. Lieber wirft er nach jedem Song den Mikrofonständer umzuwerfen und ärgert sich über seine helfenden Crewmitglieder. Genervt scheinen auch seine Mitmusiker zu sein, die stoisch ihre Parts weiter spielen und sich dabei immer öfter auch mal verspielen. Der Sound leidet massiv: Doherty hat nun zwei von drei Mikros halb zerstört. Das bleibt nicht unbemerkt: Trotz der guten Stimmung direkt vor der Bühne und vielen Crowdsurfern kann man in doch sehr viele enttäuschte und verblüffte Gesichter blicken.



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