Worried About The Boy

von

Heutzutage fällt der in London und New York residierende Multimillionär vor allem dann auf, wenn er als leicht übergewichtiger Mann mit Hang zu üppigem Make-Up, komischen Hüten und geschlechtsunspezifischem Kleidungsstil irgendein Promi-Event bereichert. Lange ist es her, dass der 49 Jahre alte Glatzenträger mit künstlerischen Ergüssen auf sich aufmerksam machte, heute genügen spektakuläre Prozesse wegen Kokainbesitzes oder aufgrund der Freiheitsberaubung eines norwegischen Callboys.Aufregend anders gestaltete sich das Leben der New-Romantic-Ikone auch schon vor deren Durchbruch Anfang der 80er-Jahre: Das BBC-Drama

WORRIED ABOUT THE BOY

erzählt in grellbunten Bildern das Leben des Sängers und Komponisten, als er noch als unbekannter Niemand von zu Hause ausriss, um mit Gleichgesinnten in einem besetzten Londoner Haus von einer Pop-Karriere zu träumen.

Douglas Booths

Darstellung von

Boy George

darf als ebenso gelungen bezeichnet werden wie die diverser Weggefährten: vom Culture-Club-Schlagzeuger und heimlichen Lover Jon Moss bis hin zur rivalisierenden Busenfreundin Marilyn. Regisseur

Julian Jarrold

feiert den Zeitgeist, liefert aber auch ein authentisches Bild jenseits von Masken und Kostümen. Einziges Manko: Vom ursprünglich vorzüglichen Soundtrack der TV-Version mit David Bowie, La Düsseldorf, Kraftwerk und Velvet Underground ist bei der DVD aus rechtlichen Gründen leider nicht mehr allzu viel übrig geblieben.

Mike Köhler – 13.10.2010


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