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Metal Hammer Day #2: Saltatio Mortis, Avatarium, Irist

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Kritik

Wundervolle Sehnsucht: Der „Dungeon Synth“-Soundtrack zum neuen PC-Game „The Longing“

Die Gesellschaft wartet auf das Ende der Corona-Quarantäne und wie gerufen, taucht in diesen besonderen Zeiten ein besonderes Game auf: Am 5. März 2020 veröffentlichte die Stuttgarter Indie-Schmiede Studio Seufz das Retro-Idle-Adventure „The Longing“, in dem die Spieler*innen in Echtzeit über ein Jahr Wartezeit totschlagen müssen. Das Fantasy-Setting in einem dunklen Höhlenlabyrinth wurde stilecht mit Dungeon Synth vertont. Der vorliegende Soundtrack darf als Highlight in dem expandierenden Underground-Musikgenre gelten.

Die Spielehandlung dreht sich um den kleinen Diener eines unterirdischen Herrschers, der gewisse Ähnlichkeit mit den Rußmännchen aus dem Anime „Chihiros Reise ins Zauberland“ aufweist. Der „König unter dem Berge“ legt sich zur Ruhe und befiehlt ihm, ihn nach 400 Tagen zu wecken. Dann ist sein „Schatten“ ganz fürchterlich allein in den Höhlen und muss sehen, wie und ob er dieser Anweisung nachkommt.

„The Longing“ basiert auf der Kyffhäuser-Sage

Die Kyffhäuser-Sage um den schlafenden König Barbarossa liegt dem Spiel zu Grunde und fußt ihrerseits freilich auf der abendländischen Kultur des Wartens auf die Wiederkehr Jesu Christi am Jüngsten Tag. Die Sehnsucht nach der Rückkehr der Liebsten thematisierten auch Pop- und Rockbands wie Evan and Jaron („The Distance“) und Ash („Angel Interceptor“). Und Black-Metal-Bands zelebrierten genüsslich die Ankunft des Antichristen wie etwa Eisregen mit „Erscheine!“. Doch nah den finsteren Metal-Gefilden wuchs seit den Achtzigern ein Mini-Genre, das den melancholischen Blick zurück zum Hauptthema erhob: Dungeon Synth – kurz DS. Mit Computerspiel-Synthies erschaffen Metalheads hier nostalgische Klänge, die vom Mittelalter und Fantasy-Literatur inspiriert sind.

Die Soundtrack-Verantwortlichen Jan Roth und Jürgen Härtenstein produzierten unter dem Namen „Lord Redstone“ bei redStone Music den Großteil der 22 Tracks, doch gaben auch fünf DS-Vertretern die Chance, sich vorzustellen:

Spectral Kingdom steuert das elegische Stück „Pierced at the Eve of Knives“ von seinem Erstling I (2016) bei, das sogar etwas Gesang enthält. Dungeontroll und Erdstall gewähren mit dem gruseligen „The Sleeping Crypt“ und dem quäkenden „Quest Of Sorrow“ Einblicke in Old-School-DS. Die bekannteren Projekte Vindkaldr und Erang stellen zeitgenössischen DS vor, wobei das mystische „Beneath Belfry Tower“ einem echten Erfolgsalbum namens ENCHANTMENTS OF OLD LORE (2015) entnommen ist.



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